APA - Austria Presse Agentur

Kanadas Außenminister zu Besuch in Wien

14. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Der kanadische Außenminister François-Philippe Champagne ist im Rahmen seines Aufenthaltes in Wien am Mittwochnachmittag mit Bundeskanzler Sebastian Kurz sowie mit Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) zusammen getroffen. "Kanada ist für uns ein wichtiger Handelspartner", verwies Kurz via Twitter auf einen Schwerpunkt des Gespräches - und darauf, dass das CETA-Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada auch das bilaterale Handelsvolumen weiter gesteigert habe.

CETA war und ist international wie auch in Österreich umstritten. Während Befürworter mit mehr Wirtschaftswachstum und Exporten argumentieren, halten Kritiker es trotz Nachbesserungen für zu sehr an den Interessen privater Unternehmen ausgerichtet. In Österreich haben sich 2017 mehr als 560.000 Bürger in einem Volksbegehren gegen das Abkommen ausgesprochen, trotzdem ratifizierte der Nationalrat 2018 den Pakt mit der Mehrheit von ÖVP, NEOS und FPÖ.

Auch der Kampf gegen das Coronavirus war laut Kurz Thema des Gespräches. Wie in Österreich steigen auch in Kanada die Infektionen seit mehreren Wochen stetig an, Premierminister Justin Trudeau warnte in der Vorwoche, das Land stehe möglicherweise an einem "Wendepunkt" im Kampf gegen eine zweite Welle.

Die beiden Amtskollegen Champagne und Schallenberg haben sich laut einer Sprecherin ebenfalls über die bilateralen Beziehungen sowie über aktuelle Krisenherde wie Berg-Karabach, Belarus oder die Lage im östlichen Mittelmeer ausgetauscht. "Auch bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen sind die EU und insbesondere Österreich an einer engen Zusammenarbeit mit unserem Partner Kanada interessiert", so Schallenberg nach dem Treffen. "Kanada ist ein enger, in einer Vielzahl von Bereichen gleichgesinnter Partner Österreichs. Wir teilen ein Lebensmodell und eine gemeinsame Wertebasis."

Zuvor hatte der kanadische Außenminister mehrere Gesprächstermine im Rahmen der OSZE und bei der Atomenergiebehörde IAEA.

Quelle: Agenturen