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Kämpfe um jemenitische Stadt Marib spitzen sich zu

10. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Die Kämpfe zwischen der Armee und den Houthi-Rebellen im Jemen um die strategisch wichtige Region Marib spitzen sich weiter zu. Wie am Samstag aus Armeekreisen verlautete, wurden binnen 24 Stunden 53 weitere Kämpfer auf beiden Seiten getötet. Die jüngsten Gefechte konzentrierten sich demnach auf die Fronten im Nordwesten der Stadt Marib.

Den Angaben zufolge waren unter den Toten 22 Soldaten der Armee und 31 Rebellen. Den Houthis sei die Eroberung eines kleinen Gebiets gelungen, hieß es weiter. Die Regionalhauptstadt Marib selbst sei jedoch nicht bedroht.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition führte den Angaben zufolge Luftangriffe gegen die Rebellen aus. Dies habe die Houthis jedoch nicht davon abgehalten, ihre Offensive auf Marib fortzusetzen.

Das ölreiche Marib ist die letzte Hochburg der jemenitischen Regierung im von den Houthi-Rebellen kontrollierten nördlichen Teil des Landes. Seit Februar versuchen die Rebellen, Marib einzunehmen. In den vergangenen Wochen verstärkten die Houthi-Rebellen auch ihre Raketen- und Drohnenangriffe gegen Saudi-Arabien. Eine von Riad vorgeschlagene Waffenruhe lehnten die Rebellen ab.

Eine Niederlage der jemenitischen Regierungstruppen im Kampf um Marib würde einen schweren Rückschlag für die Regierung von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi bedeuten. Auch die humanitäre Krise im Jemen könnte sich dadurch noch verschärfen. In der Marib umgebenden Wüste leben bereits hunderttausende Binnenvertriebene unter katastrophalen Bedingungen.

Im Jemen herrscht seit fast sechs Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi und den Houthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein.

Quelle: Agenturen