APA - Austria Presse Agentur

Kämpfe um Berg-Karabach toben weiter

24. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Die Kämpfe um die Südkaukasusregion Berg-Karabach toben ungeachtet diplomatischer Bemühungen um ein Ende der Waffengewalt weiter. Die armenischen Behörden teilten am Samstag in der Hauptstadt Jerewan mit, dass die Zahl der getöteten Soldaten um 36 auf 963 angestiegen sei. Die aserbaidschanische Seite macht wegen der Zensurbestimmungen während des geltenden Kriegsrechts keine Angaben zu Verlusten bei den Streitkräften.

Die Militärführung in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku meldete den Abschuss eines Flugzeugs der armenischen Luftwaffe. Jerewan bestritt das. Die größte Stadt der Region, Stepanakert, wurde laut den Behörden von Berg-Karabach von Aserbaidschan unter Beschuss genommen. Die Regierung in Baku wies dies zurück.

Am Freitag waren die Außenminister der Kriegsparteien zu getrennten Gesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo zusammengekommen. US-Präsident Donald Trump sprach anschließend von Fortschritten auf dem Weg zu einem Ende der Kämpfe, äußerte sich aber nicht zu Details. Armenien bezeichnete die Unterredungen als "sehr gut". Es werde weiter auf eine Feuerpause hingearbeitet, sagte der armenische Außenminister Zohrab Mnatsakanian.

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kämpfe wird jedoch dadurch gedämpft, dass Russland bereits zwei Mal eine Waffenruhe vermittelt hat, die aber jeweils nicht hielt. Seit 27. September dauern die schweren Gefechte um Berg-Karabach an. Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern. In der Region leben überwiegend christliche Armenier, die dortige Führung wird von der armenischen Regierung in Jerewan unterstützt. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen "Bruderstaat" Türkei berufen. Russland wiederum ist Schutzmacht Armeniens.

Mit Blick auf eine Reise aserbaidschanischer und armenischer Diplomaten in die USA begrüßte der russische Präsident Wladimir Putin die Bemühungen der Amerikaner um Frieden. Putin hatte am Donnerstag bei einer im Fernsehen übertragenen Expertenrunde auch gesagt, dass bei dem Krieg knapp einen Monat nach Beginn der Kämpfe bisher rund 5.000 Menschen ums Leben gekommen seien. Bisher vermittelt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unter dem Vorsitz von Frankreich, Russland und den USA weitgehend erfolglos in dem jahrzehntealten Konflikt.

Quelle: Agenturen