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Kämpfe im Jemen toben nach Angriff in Saudi-Arabien weiter

27. März 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem Angriff der Houthi-Rebellen nahe einer Formel-1-Rennstrecke in Saudi-Arabien bombardiert das Militärbündnis erneut Ziele im Jemen. Es habe Luftangriffe auf Lager und Stellungen der Houthi in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gegeben, twitterte die staatliche Nachrichtenagentur SPA in der Nacht auf Sonntag. Berichten zufolge wurden mindestens acht Zivilisten getötet, darunter fünf Kinder und zwei Frauen. Auch eine Wohnanlage von UNO-Mitarbeitern wurde beschädigt.

UNO-Generalsekretär António Guterres rief die Konfliktparteien zu "höchster Zurückhaltung" und "sofortiger Deeskalation" auf. Er sei auch tief besorgt über die Angriffe in Hodeidah und dem wichtigen Hafen der Stadt am Roten Meer. Dieser sei eine "wesentliche humanitäre Lebensader für das jemenitische Volk", teilte Guterres mit. Unzählige Familien sind auf Hilfsgüter angewiesen, die über den Hafen von Hodeidah in das Bürgerkriegsland kommen.

Der Bürgerkrieg im Jemen geht in das achte Jahr. Er hat in dem ohnehin stark verarmten Land nach UNO-Angaben die schwerste humanitäre Krise weltweit ausgelöst. Saudi-Arabien kämpft seit 2015 mit Verbündeten im Jemen an Seite der Regierung gegen die vom Iran unterstützen Houthi und will dort den Einfluss Teherans zurückdrängen. Die Houthi beherrschen weite Teile des Nordens samt der Hauptstadt Sanaa. Bisher scheiterten alle diplomatischen Bemühungen zu einer Beilegung des Konflikts.

Die Houthi-Rebellen hatten am Freitag erneut Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, das im Norden an den Jemen grenzt. Dadurch kam es zum Brand in einer Ölanlage nahe einer Formel-1-Rennstrecke in Jeddah. Die Koalition reagierte mit Gegenangriffen im Jemen. Die Houthi boten eine einseitige Waffenruhe über drei Tage an und erklärten, ihre Angriffe einzustellen. Ein dauerhafter Waffenstillstand sei bei einem Abzug der Bündnistruppen aus dem Jemen möglich. Ein tatsächliches Ende der Kämpfe war am Sonntag aber nicht in Sicht.

Saudi-Arabien steht wegen des Kriegs im Jemen international in der Kritik. Dem unabhängigen Yemen Data Project zufolge kam es seit 2015 zu etwa 25.000 Luftangriffen der Koalition, bei denen fast 9.000 Zivilisten getötet und 10.000 weitere verletzt wurden.

Quelle: Agenturen