APA/AFP

Joe Biden zieht als 46. Präsident der USA ins Weiße Haus ein

07. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

In der wohl spannendsten Präsidentschaftswahl in der bisherigen US-Geschichte wurde der Demokrat Joe Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

In einem tagelangen, spannenden Wahlkrimi, wie ihn das Land wohl noch nie erlebt hat, konnte sich Joe Biden schlussendlich dann doch durchsetzen und mit klaren Vorsprung vor Amtsinhaber Donald Trump den Wahlsieg erlangen. Er wird als 46. Präsident ins Weiße Haus einziehen.

Im dritten Anlauf - Biden kandidierte bereits 1988 und 2008 bei demokratischen Vorwahlen - konnte der zweimalige Vizepräsident von Barack Obama endlich seinen Traum vom Präsidentenamt wahrmachen.

Große Herausforderungen

Es wird keine leichte Präsidentschaft für Biden, der bei Amtsantritt mit 78 Jahren der älteste Präsident der US-Geschichte sein wird. Das Land ist nicht erst seit der Amtszeit von Donald Trump politisch tief gespalten und polarisiert. Zusätzlich stecken die USA immer noch tief in der größten Pandemie die Weltgeschichte, bei der sie weltweit am meisten Toten zu beklagen haben. In Folge dessen liegt auch die Wirtschaft am Boden, viele Amerikaner müssen um ihre Existenz fürchten.

Zudem wird Biden mit kontinuierlichen Angriffen durch den abgewählten Ex-Präsident Trump rechnen müssen. Dieser verfügt immer noch über viel Medienreichweite und eine große, eingeschworene Anhängerschaft. Es ist zu vermuten, dass Trump durch Stimmungsmache, vor allem im Internet, bereits ein erneutes Antreten bei den Wahlen 2024 vorbereiten könnte. Und: Trump ist jedenfalls bis zum 20. Jänner 2021 Präsident.

Die Herausforderungen werden groß für Biden, der eher als bisweilen konservativer Vertreter des Systems denn als Visionär gilt. Für ein Gefühl und eine Politik des Aufbruchs und der Veränderung wird wohl eher seine Vizepräsidentin Kamala Harris zuständig sein. Die erste Frau im Vizepräsidentenamt ist gleichzeitig auch die erste mit afro-amerikanischen und asiatischen Wurzeln.

Ob Biden aber politisch seiner Vizepräsidentin und dem progressiven Flügel der Demokraten folgt oder eher eine politische Einzementierung des Status Quo betreibt, bleibt abzuwarten. Auch muss sich erst zeigen, wieviel Handlungsspielraum Biden angesichts der Sitzverteilung im US-Senat hat.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos