Japans Regierungschefin gegen Frauen am Kaiserthron
In Japan dürfen nur Männer den Thron besteigen. Die Tochter von Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako, Prinzessin Aiko, kann daher nicht Kaiserin werden. Auf Platz eins und zwei der Thronfolge stehen der jüngere Bruder von Kaiser Naruhito, Kronprinz Akishino, und dessen Sohn, Prinz Hisahito. Auch Hisahitos ältere Schwestern werden übergangen.
In Japan wird seit Jahrzehnten immer wieder über die strenge Thronfolgeregelung diskutiert. Umfragen zufolge sind die allermeisten Japanerinnen und Japaner offen für eine Frau an der Spitze des Kaiserhauses. Vor allem Takaichis konservative Regierungspartei will jedoch strikt an der patrilinearen Thronfolge festhalten.
Das japanische Wort Tenno, das im Deutschen mit Kaiser übersetzt wird, bedeutet eigentlich "Himmlischer Herrscher". Dies deutet auf die legendenhafte göttliche Abkunft des De-Facto-Staatsoberhauptes Japans - in der heutigen Verfassung ist lediglich von einem "Symbol des Staates und der Einheit des Volkes" die Rede - hin.
Zusammenfassung
- Japans Premierministerin Sanae Takaichi, die erste Frau an der Regierungsspitze, hat sich klar gegen eine Öffnung des Kaiserthrons für Frauen ausgesprochen.
- Ein Expertengremium bewertete 2021 die Beschränkung der Thronfolge auf männliche Nachkommen als "angemessen", was von der Regierung respektiert wird.
- Obwohl Umfragen eine breite Akzeptanz für eine weibliche Thronfolge zeigen, hält die konservative Regierungspartei weiterhin an der patrilinearen Thronfolge fest und schließt Prinzessin Aiko sowie andere weibliche Nachkommen aus.
