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Italien-Wahl: Weniger Frauen im neuen Parlament

03. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach dem Wahlsieg der Rechtspolitikerin Giorgia Melonis bei den Parlamentswahlen am 25. September steuert Italien auf eine Regierung zu, die erstmals eine Frau an der Spitze haben könnte.

Die weibliche Vertretung im neugewählten Parlament ist jedoch niedriger als bisher. Der Prozentsatz der Frauen im verkleinerten Parlament schrumpft von 35 auf 31 Prozent.

Dies ist der erste Rückgang seit mehr als 20 Jahren, denn seit dem Jahr 2001, in dem der Anteil der Parlamentarierinnen bei 10 Prozent lag ist die Zahl der Senatorinnen und Abgeordneten in Italien kontinuierlich gewachsen.

Wahlbeteiligung der Männer höher als die der Frauen

Weniger Frauen haben sich am 25. September an den Parlamentswahlen beteiligen. "Frauen machen 51 Prozent der Wahlberechtigten aus. Am 25. September haben 65 Prozent der Männer, aber nur 62 Prozent der Frauen ihre Stimme abgegeben", erklärte Davide Del Monte von onData. In fast 9 von 10 Gemeinden (87 Prozent) war die Wahlbeteiligung der Männer höher als die der Frauen. "Der Sieg der von einer Frau geführten Mitte-rechts-Partei Fratelli d ́Italia ist also das Ergebnis einer Abstimmung, die hauptsächlich von Männern gemacht wurde", betonte Del Monte.

27 Prozent der Wählerinnen entschieden sich für Melonis Partei

27 Prozent der weiblichen Wählerschaft hat sich für Melonis postfaschistische Partei Fratelli d'Italia entschieden. 21 Prozent für die Demokratische Partei (PD/Partito Democratico) und 15 Prozent für die linkspopulistische Fünf Sterne-Bewegung. "Parteien, die die Gleichstellung der Geschlechter zu einem Schwerpunkt ihrer Programme gemacht haben, wie z. B. die PD, haben es nicht geschafft, mehr Frauen ins Parlament zu hieven", erklärt Del Monte.

"Von 119 PD-Abgeordneten sind 36 Frauen zu wenig", schreibt die wiedergewählte PD-Abgeordnete Chiara Gribaudo auf Twitter."Vielleicht haben wir die Auswirkungen der Reduzierung der Abgeordneten auf die Vertretung der Geschlechter unterschätzt", kommentierte Debora Serracchiani, scheidende Fraktionsvorsitzende der PD in der Abgeordnetenkammer.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz