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Israel griff Militäreinrichtungen in Syrien an

Heute, 08:02 · Lesedauer 2 min

Israel hat in der Provinz Sweida in Südsyrien Einrichtungen des syrischen Militärs angegriffen. Ziel des Beschusses in der Nacht auf Freitag seien ein Kommandozentrum und Waffenlager gewesen, teilte die israelische Armee mit. Vorausgegangen waren Angriffe auf drusische Zivilisten. Israels Militär erklärte, man dulde nicht, dass die drusische Bevölkerung Schaden erleide. Es werde weiterhin Einsätze geben, um sie zu verteidigen. Man beobachte die Entwicklung in der Region.

Die Drusen sind eine religiöse Minderheit, die vor allem in Syrien und im Libanon, aber auch in Israel lebt. Israel sieht sie als Verbündete, viele Drusen dienen in Israel auch freiwillig in der Armee. In Syrien liegt ihr Siedlungsgebiet vor allem in Sweida. Die Drusen und die Sunniten, die in Syrien die Mehrheit stellen, sind seit langem verfeindet. So kam es im vergangenen Juli zu heftigen Kämpfen zwischen Drusen und sunnitischen Beduinen um die Kontrolle in der gleichnamigen Stadt Sweida.

Die islamistisch geführte, syrische Regierung unter Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa schickte deshalb Truppen in die Region. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Provinz Sweida zwischen sunnitischen Beduinen und Regierungstruppen einerseits und Drusen andererseits. Daraufhin griff das israelische Militär Ziele in der syrischen Hauptstadt Damaskus an, um nach eigener Darstellung die Drusen zu unterstützen.

Auch der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einer Botschaft an Syriens Führung. Israel werde nicht zulassen, dass sie im Schatten des Iran-Kriegs gegen die Drusen vorgehe. "Falls nötig, werden wir mit noch größerer Härte zuschlagen", sagte er nach Angaben seines Büros.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien hatte in der Früh ein Wiederaufflammen der Gewalt zwischen Angehörigen der drusischen Minderheit und sunnitischen Stammesgruppen, die von der syrischen Führung unterstützt würden, gemeldet. Wie viele Opfer es bei den jüngsten Angriffen und Kämpfen seit Montag gegeben habe, sei noch unklar. In der Stadt Sweida selbst sei am Freitag in der Früh ein Wohnhaus von einem Geschoß getroffen worden. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge dabei verletzt.

Menschenrechtsorganisationen hatten den syrischen Regierungstruppen brutale Übergriffe auf Drusen bei den Vorfällen im Sommer vorgeworfen. Die Beobachtungsstelle berichtete damals, Angehörige der drusischen Minderheit seien durch Regierungstruppen und mit ihnen verbündeten Kämpfern exekutiert worden. Seit dem 20. Juli gilt offiziell eine Waffenruhe. Die syrische Beobachtungsstelle sprach nun von Verstößen gegen das Abkommen.

Zusammenfassung
  • Israel hat in der Nacht auf Freitag ein Kommandozentrum und Waffenlager des syrischen Militärs in der Provinz Sweida angegriffen, nachdem zuvor drusische Zivilisten attackiert worden waren.
  • Das israelische Militär kündigte weitere Einsätze zum Schutz der Drusen an und betonte, man werde nicht zulassen, dass die religiöse Minderheit Schaden erleide.
  • In Sweida wurde am Freitagmorgen ein Wohnhaus von einem Geschoß getroffen, wobei zwei Menschen verletzt wurden; die Waffenruhe vom 20. Juli wurde laut syrischer Beobachtungsstelle mehrfach gebrochen.