Island und EU besiegeln Verteidigungsabkommen
Seitens der EU hieß es, das Abkommen sei ein "wichtiger Meilenstein" und verleihe den "bereits tiefen Beziehungen" zu Island einen "Impuls". Die EU hatte zuletzt bereits Verteidigungsabkommen unter anderem mit Großbritannien, Indien und Kanada abgeschlossen.
Island verfügt über keine eigenen Streitkräfte und setzt in Verteidigungsfragen auf die USA und die NATO. Die seit Monaten wiederholt von US-Präsident Donald Trump geäußerte Absicht, das nur knapp 400 Kilometer von Island entfernte dänische Autonomiegebiet Grönland zu annektieren, löste auch in Island Besorgnis aus.
Der Inselstaat im Nordatlantik gehört nicht der EU an, ist allerdings Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und hat somit - wie die Nicht-EU-Mitglieder Liechtenstein und Norwegen - Zugang zum EU-Binnenmarkt. Anfang März hatte die Regierung in Reykjavik vorgeschlagen, am 29. August das isländische Volk per Referendum über eine Wiederaufnahme der 2015 ausgesetzten EU-Beitrittsgespräche abstimmen zu lassen.
Zusammenfassung
- Island und die EU haben am Mittwoch in Brüssel ein Verteidigungsabkommen unterzeichnet, das insbesondere die Zusammenarbeit in der Arktis stärken soll.
- Der Inselstaat im Nordatlantik verfügt über keine eigenen Streitkräfte und verlässt sich sicherheitspolitisch auf die USA und die NATO.
- Am 29. August sollen die Isländer in einem Referendum über die Wiederaufnahme der 2015 ausgesetzten EU-Beitrittsgespräche abstimmen.
