APA - Austria Presse Agentur

Irlands Datenschützer verlangen Rekordstrafe von WhatsApp

02. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Die irischen Datenschützer haben gegen den Messengerdienst WhatsApp eine Rekordstrafe verhängt. Wegen fehlender Transparenz bei der Weitergabe von persönlichen Daten müsse die Facebook-Tochter 225 Millionen Euro zahlen.

Das urteilte die Datenschutzbehörde DPC am Donnerstag. Bisher hat sie noch nie eine so hohe Geldbuße verhängt. Zugleich erteilte die DPC eine Rüge und verlangte bestimmte Schritte von dem US-Konzern.

WhatsApp bezeichnete die Strafe als "vollkommen unangemessen" und kündigte an, in Berufung zu gehen. Wie sehr WhatsApp Irland von der Behörden-Entscheidung überrascht wurde, zeigt die Tatsache, dass in der Bilanz des Unternehmens nur 77,5 Millionen Euro für eine mögliche Geldstrafe zurückgestellt wurden.

Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems begrüßte die Strafe am Donnerstag in einer Aussendung, relativierte die Höhe aber: "Selbst die 225 Millionen sind immer noch nur 0,08 % des Umsatzes der Facebook-Gruppe. Die DSGVO sieht Geldbußen von bis zu 4 Prozent des Umsatzes vor. Das alles zeigt, dass die irische Datenschutzbehörde immer noch extrem dysfunktional ist."

Irland zuständig, da Facebooks EU-Firmensitz

Weil Facebook seinen Europa-Hauptsitz in Dublin hat, ist die DPC die verantwortliche Behörde für Datenschutzfragen. Die jüngste Strafe geht auf 2018 aufgenommene Ermittlungen im Zusammenhang mit der Weitergabe von Daten zurück. Die Behörde wurde in der Vergangenheit immer wieder von anderen europäischen Aufsichtsbehörden dafür kritisiert, dass ihre Entscheidungen zu lange auf sich warten lassen.

Noch im Juli hatte die europäische Aufsicht EDPB interveniert und von der DPC verlangt, die ursprünglich geplante WhatsApp-Strafe zu erhöhen.

Quelle: Agenturen