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Irans Waffenproduktion laut Israel zerstört

Heute, 20:45 · Lesedauer 2 min

Das israelische Militär will nach Darstellung eines Sprechers die iranische Waffenproduktion "in wenigen Tagen" weitgehend zerstört haben. Die Streitkräfte würden in diesem Zeitraum "die Angriffe auf alle wichtigen Komponenten der (iranischen) Militärindustrie abschließen", sagte Armeesprecher Effie Defrin Samstagabend. Unterdessen wurden bei einem iranischen Raketenangriff auf ein Dorf im Zentrum Israels nach Angaben von Rettungskräften elf Menschen verletzt.

Mehrere Gebäude in dem Dorf Eshtaol wurden bei dem Einschlag am Samstag schwer beschädigt, wie AFP-Journalisten berichteten. In derselben Region waren zu Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat neun Menschen durch eine iranische Rakete getötet worden.

Unterdessen reklamierte die mit Teheran verbündete Houthi-Miliz im Jemen einen zweiten Angriff auf Israel binnen 24 Stunden für sich. Dabei seien Raketen und Drohnen eingesetzt worden, teilte Militärsprecher Yahya Saree in einer Fernsehansprache mit. Die militärischen Operationen würden in den kommenden Tagen fortgesetzt, hieß es.

Wie Defrin ergänzte, wird bald der Großteil der militärischen Produktionskapazitäten zerstört sein. "Das Regime wird lange Zeit brauchen, um sie wieder herzustellen." Die israelische Luftwaffe fliegt seit Beginn des Iran-Kriegs vor vier Wochen intensive Angriffe gegen Ziele der iranischen Militärindustrie. Der "Times of Israel" zufolge geht das israelische Militär davon aus, schon bis jetzt an die 90 Prozent der Schlüsselanlagen der iranischen Waffenindustrie angegriffen zu haben.

Auch in der Nacht auf Samstag bombardierten israelische Kampfflugzeuge Militärproduktionsstätten im Iran. Nach Angaben der Armee soll dabei auch das Hauptquartier der Organisation der Marineindustrien getroffen worden sein. Die Institution ist unter anderem für die Entwicklung und Konstruktion von Kriegsschiffen und U-Booten zuständig.

Pahlavi warnt vor Verhandlungen mit Teheran

Der iranische Oppositionelle Reza Pahlavi warnte in den USA vor Friedensverhandlungen mit der derzeitigen Führung in Teheran. Diese werde Gespräche nur nutzen, um Zeit zu gewinnen und zu betrügen, sagte der im Exil lebende Sohn des gestürzten Schahs auf einer Konferenz von US-Republikanern in Texas. Die Teilnehmer empfingen ihn mit stehendem Applaus.

Pahlavi kündigte an, die Bevölkerung im Iran zu einem geeigneten Zeitpunkt erneut zu landesweiten Protesten aufzurufen. Pahlavi bringt sich selbst als möglichen Anführer einer Übergangsregierung ins Spiel. US-Präsident Donald Trump hat sich wiederholt skeptisch über Pahlavi geäußert.

Zusammenfassung
  • Das israelische Militär meldet, in wenigen Tagen rund 90 Prozent der Schlüsselanlagen der iranischen Waffenindustrie zerstört zu haben und will die Angriffe auf alle wichtigen Komponenten zeitnah abschließen.
  • Bei einem iranischen Raketenangriff auf das Dorf Eshtaol im Zentrum Israels wurden am Samstag elf Menschen verletzt und mehrere Gebäude schwer beschädigt.
  • Die mit Teheran verbündete Houthi-Miliz im Jemen reklamiert innerhalb von 24 Stunden zwei Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israel und kündigt weitere militärische Operationen an.