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Irans Sicherheitsbehörden gestatten wieder Nutzung von SMS

Heute, 11:41 · Lesedauer 2 min

Im Iran bleibt der Zugang zum globalen Internet den zehnten Tag in Folge gesperrt. Seit Samstag können Iranerinnen und Iraner in dem Land mit rund 90 Millionen Menschen aber erstmals wieder per Mobilfunk SMS-Textnachrichten versenden, wie Bewohner aus der Hauptstadt Teheran berichteten. Aus dem Ausland versendete SMS kommen im Iran nicht an. Bisher waren alle Messenger-Dienste gesperrt.

Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.

Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschließlich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert.

Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die Anonymität im Netz.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Jänner fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen für eine signifikante Erholung.

Sorge vor längerer Blockade des Internets

Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet im Iran noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal "Iranwire" berichtete am Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende März andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohajerani. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen, es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.

Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8. Jänner verhängt. Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen.

Zusammenfassung
  • Im Iran ist der Zugang zum globalen Internet seit dem 8. Jänner fast vollständig gesperrt, wobei laut Netblocks der Internetverkehr nur noch zwei Prozent des normalen Niveaus erreicht.
  • Seit Samstag können die rund 90 Millionen Iranerinnen und Iraner wieder SMS versenden und dadurch auch Online-Banking nutzen, während aus dem Ausland versendete SMS weiterhin blockiert sind.
  • Die Internetsperre wurde nach Massenprotesten verhängt, bei denen laut Menschenrechtsgruppen mehr als 3.400 Menschen getötet wurden, und könnte laut Regierungsangaben noch bis Ende März andauern.