APA - Austria Presse Agentur

Iran will weitere Ausländer im Austausch freilassen

27. Nov 2020 · Lesedauer 1 min

Der Iran hat sich nach der Freilassung einer australischen Islam-Wissenschafterin zu einem weiteren Austausch von Gefangenen mit anderen Staaten bereit erklärt. Vize-Außenminister Abbas Araghchi sagte am Freitag nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Insa: "Ein Gefangenenaustausch ist ein international legitimer und anerkannter Prozess, der auch im Einklang mit unseren nationalen Interessen ist."

Araghchi zufolge wurden in den vergangenen zwölf Monaten acht im Ausland inhaftierte Iraner gegen sechs im Iran eingesperrte Ausländer ausgetauscht. Am Mittwoch hatte der Iran die Wissenschafterin Kylie Moore-Gilbert nach mehr als 800 Tagen aus der Haft entlassen. Im Gegenzug kamen drei in Thailand festgehaltene Iraner frei. Moore-Gilbert, die auch die britische Staatsbürgerschaft hat, war 2018 am Rande einer Konferenz im Iran verhaftet worden. Wegen Spionage für Israel sowie Gefährdung der nationalen Sicherheit wurde sie zu zehn Jahren Haft verurteilt. Moore-Gilbert, die alle Vorwürfe zurückweist, ist nun wieder in Australien. Die dortige Regierung bestätigte nicht, dass die Freilassung im Rahmen eines Austauschs erfolgte.

Araghchi ließ offen, ob sein Land auch Gefangene freilassen will, die neben einer ausländischen auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzen. Mehrere Iraner mit zwei Pässen sitzen seit Jahren in Haft. Den meisten wird ebenfalls Spionage vorgeworfen. Im vergangenen Monat wurde die Deutsch-Iranerin Nahid T. in Teheran festgenommen. Was der 66-jährigen Architektin aus Köln vorgeworfen wird, ist noch unklar. Der Iran erkennt doppelte Staatsbürgerschaften nicht an. Entscheidend - auch in juristischen Belangen - ist dort die Nationalität des Vaters.

Quelle: Agenturen