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Iran gegen rasche Wiederaufnahme von Gesprächen mit USA

01. Juli 2025 · Lesedauer 2 min

Irans Außenminister Abbas Araghchi hat eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA über das iranische Atomprogramm erneut ausgeschlossen. Teheran brauche vor dem Entschluss darüber zunächst Zusicherungen, dass es nicht wieder von den USA angegriffen werde, sagte Araghchi am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit dem US-Sender CBS. "Ich denke, dass wir bei all diesen Überlegungen noch mehr Zeit brauchen", sagte er.

Araghchi fügte hinzu, dass "die Türen der Diplomatie niemals zugeschlagen" würden. Bereits vor wenigen Tagen hatte er eine Rückkehr Teherans an den Verhandlungstisch dementiert. Er wies damit vorherige US-Angaben zurück, wonach weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geplant seien.

Araghchi wurde auch zur Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) befragt, wonach der Iran bereits in einigen Monaten wieder mit der Urananreicherung beginnen könnte. "Man kann die Technologie und die Wissenschaft der Anreicherung nicht durch Bombenangriffe auslöschen", sagte Araghchi dazu. Zugleich gab er zu verstehen: "Wenn der Wille auf unserer Seite vorhanden ist, wieder Fortschritte in dieser Industrie zu machen, werden wir in der Lage sein, die Schäden schnell zu beheben und die verlorene Zeit aufzuholen."

Trump hatte am Montag erklärt, er mache dem Iran keine Angebote. "Ich biete dem Iran nichts an, im Gegensatz zu Obama", schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social mit Bezug zum früheren US-Präsidenten Barack Obama, der 2015 ein Atomabkommen mit Teheran unterzeichnet hatte. "Ich spreche auch nicht mit ihnen, da wir ihre Nuklearanlagen völlig vernichtet haben", erklärte Trump weiter.

Zusammenfassung
  • Irans Außenminister Abbas Araghchi schließt eine rasche Wiederaufnahme der Atomgespräche mit den USA aus und fordert zuvor Zusicherungen, dass es keine erneuten Angriffe durch die USA geben wird.
  • Laut Araghchi bleiben die Türen der Diplomatie zwar offen, doch widerspricht er US-Angaben über geplante neue Verhandlungen und betont, Teheran brauche mehr Zeit für eine Entscheidung.
  • Die IAEA schätzt, dass der Iran in einigen Monaten wieder mit der Urananreicherung beginnen könnte, wobei Araghchi erklärt, die Technologie sei durch Bombenangriffe nicht zerstörbar und der Iran könne entstandene Schäden rasch beheben.