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Iran drängt auf Einigung bei Atomgesprächen

14. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Iran drängt auf eine baldige Übereinkunft bei den Atomverhandlungen. "Teheran hat es eilig, in Wien eine Einigung zu erzielen", sagte Außenminister Hossein Amirabdollahian am Montag. Er forderte den Westen auf, nicht mehr auf Zeit zu spielen. Nach zuletzt pessimistischeren Tönen verbreitete Außenministeriumssprecher Saeed Khatibzadeh zugleich wieder etwas mehr Zuversicht. Die Gespräche in Wien steckten nicht in einer Sackgasse, sagte er vor Journalisten in Teheran.

"Es wird nach wie vor verhandelt und es findet ein Austausch zwischen den Delegationen statt", sagte der Sprecher. Allerdings müsse der Westen in einigen wichtigen Punkten Entscheidungen treffen. Wie weit man von einer Einigung entfernt sei, hänge vom Willen des Westens ab. Sollten die Amerikaner und die Europäer auf den Iran eingehen, "können wir morgen in Wien verkünden, dass wir eine Einigung erzielt haben". Außenminister Amirabdollahian betonte, eine Übereinkunft müsse in Irans nationalem Interesse liegen.

Wenige Stunden zuvor hatte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, Ali Shamkhani, gesagt, dass es zunehmend schwieriger werde, Fortschritte bei den Gesprächen zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 zu erzielen. Er warf den westlichen Verhandlungspartnern vor, mit Initiativen aufzuwarten, um sich vor ihren Verpflichtungen zu drücken.

Khatibzadeh sagte, dass der Iran sich politisch bereits entschieden habe, indem er an dem Abkommen festgehalten habe, nachdem es die USA 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aufgekündigt hatten. Ein Jahr nach dem Ausstieg der USA hatte der Iran allerdings damit begonnen, gegen Auflagen aus dem Abkommen zu verstoßen und die Uran-Anreicherung hochzufahren. Seitdem laufen Bemühungen, das Abkommen vor dem endgültigen Zerfall zu bewahren. Indirekte Gespräche in Wien zwischen dem Iran und den USA wurden vergangene Woche nach einer zehntägigen Pause wieder aufgenommen.

Quelle: Agenturen