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Iran deutet Freigabe einiger gesperrter Auslandskonten an

26. März 2020 · Lesedauer 2 min

Einige der von den USA gesperrten Bankkonten des Iran im Ausland könnten nach Worten des iranischen Zentralbankchefs schon bald freigegeben werden. "Einige der Konten in Ländern, mit denen wir (vor den US-Sanktionen) Geschäfte führten, werden allmählich freigegeben", sagte Abdolnasser Hematti am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA.

Um welche Länder und um welche Beträge es sich handle, sagte er nicht. Das Geld würde dann, besonders wegen der Coronavirus-Krise im Land, in erster Linie in Medikamente und medizinische Ausrüstungen investiert werden, fügte Hematti hinzu.

Seit dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und der Verhängung von neuen Sanktionen hat Teheran auch keinen Zugang mehr zu seinen Konten im Ausland. Fast alle internationale Banken haben seit Einführung der US-Sanktionen 2018 die Zusammenarbeit mit dem Iran eingestellt. Die US-Sanktionen haben zu einer akuten Wirtschaftskrise im Land geführt. Hinzu kommt jetzt die Corona-Krise, die Medienberichten zufolge mehr als 70 Prozent der iranischen Wirtschaft lahmgelegt hat.

Seit Beginn der Corona-Epidemie ist der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif in häufigem Telefonkontakt mit seinen Amtskollegen sowie UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Seine Forderung lautet, die internationale Gemeinschaft solle Druck auf die USA ausüben, um zumindest wegen der Corona-Krise einige Sanktionen gegen den Iran aufzuheben. Der Gottesstaat ist von der Pandemie besonders hart getroffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat sich die Zahl der Toten bis Mittwoch auf mehr als 2.000, die der Infizierten auf mehr als 27.000 erhöht.

Quelle: Agenturen