Ex-Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner gestorben

28. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Der ehemalige Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Der ehemalige Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner ist laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" im Alter von 86 Jahren gestorben. Er verstarb demnach im deutschen Bad Reichenhall, wo er seine letzten Lebensjahre mit seiner Frau Ruth verbrachte. Der Ex-Banker wurde am heutigen Freitag in der bayerischen Stadtgemeinde nahe Österreich beerdigt.

Elsner war nach dem Auffliegen von gescheiterten Spekulationsgeschäften im Jahr 2008 im BAWAG-Prozess wegen Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte 2010 das erstinstanzliche Urteil zwar teilweise gekippt, Elsners Strafe aber bestätigt. Elsner saß davon nahezu fünf Jahre ab, nach viereinhalb Jahren hinter Gittern kam er im Juli 2011 wegen Haftunfähigkeit frei.

"Mann fürs Grobe"

Elsner wuchs in Graz auf, wo er die Handelsakademie besuchte. Mit 20 Jahren trat er in eine Filiale der Arbeiterbank ein, wie die Bawag damals hieß. Elf Jahre später war er deren Filialleiter. 1978 wurde er vom damaligen langjährigen Bawag-Chef, Walter Flöttl senior, in die Zentrale nach Wien geholt, wo er im Vorstand für das kommerzielle Großkundengeschäft verantwortlich war. Dort galt er bald als "Flöttls Mann für das Grobe". Erst 1991 trat er in die SPÖ ein, im April 2006 wieder aus. Von 1995 bis 24. April 2003 war er Bawag-Vorstandsvorsitzender. In seinen fast 25 Jahren als Vorstand prägte er das Institut nachhaltig.

Nachgesagt wurde ihm ein "aufbrausender, egozentrischer und unnahbarer Führungsstil", der keinen Widerspruch duldete. Aber sein luxuriöser Lebensstil wurde dem Chef einer Gewerkschaftsbank im Lichte der Öffentlichkeit durch den Prozess dann zum Image-Verhängnis: Das von der Bawag zum Schnäppchenpreis erworbene Penthouse in der Wiener Innenstadt, seine Villa in Südfrankreich. Die politischen Zurufe an die Justiz blieben nicht aus. So forderte etwa im Juni 2006 der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser - jetzt selbst in der Buwog-Affäre erstinstanzlich verurteilt -, dass angesichts des "schamlosen Missbrauchs" in der Bawag rasch "ein Exempel statuiert" werden müsse.

Quelle: Agenturen / Redaktion / pea