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Iran besteht auf Urananreicherung selbst im Kriegsfall

08. Feb. 2026 · Lesedauer 3 min

Zwei Tage nach neuen Gesprächen mit den USA über das iranische Atomprogramm hat Irans Außenminister Abbas Araqchi Forderungen nach dem Ende von Teherans Urananreicherung eine Absage erteilt. "Warum bestehen wir so sehr auf der Anreicherung (von Uran) und weigern uns, darauf zu verzichten, selbst wenn uns ein Krieg aufgezwungen wird? Weil niemand das Recht hat, uns unser Verhalten vorzuschreiben", sagte Araqchi am Sonntag bei einer Veranstaltung in Teheran.

Für sein "friedliches Atomprogramm und seine Urananreicherung" habe der Iran "einen sehr hohen Preis bezahlt", fügte Araqchi hinzu. Der iranische Außenminister äußerte sich zwei Tage nach neuen Atomgesprächen mit den USA im Oman, die er selbst führte. Er unterstrich zugleich die Bereitschaft Teherans zum raschen Abschluss eines Atomabkommens.

Die Entsendung von US-Militärschiffen in die Golf-Region schrecke den Iran nicht ab, sagte Araqchi weiter. "Wir sind ein Volk der Diplomatie, wir sind auch ein Volk des Krieges", drohte er. Dies bedeute jedoch nicht, "dass wir den Krieg suchen".

In einer weiteren Äußerung zweifelte Araqchi angesichts von US-Sanktionen gegen Teheran die Ernsthaftigkeit der USA bei den Verhandlungen an. Er bezog sich dabei auf neue Sanktionen zur Eindämmung iranischer Ölexporte, die Washington unmittelbar nach dem Ende der Gespräche im Oman verhängt hatte.

"Die Verhängung neuer Sanktionen (gegen den Iran) und bestimmte militärische Maßnahmen lassen Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Bereitschaft der anderen Seite aufkommen, echte Verhandlungen zu führen", sagte Araqchi auf einer Pressekonferenz in Teheran, an der auch die Nachrichtenagentur AFP teilnahm, weiter. Er wies darauf hin, dass sein Land "alle Signale bewerten" und dann über die Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA entscheiden werde.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die Verhandlungen im Onlinedienst X indes als "Schritt nach vorne". Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die indirekten Verhandlungen "sehr gut" genannt und für "Anfang der kommenden Woche" eine nächste Gesprächsrunde angekündigt.

Friedensbotschaft in Form von Kriegsschiffen

Die USA und der Iran hatten am Freitag im Oman indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Die Verhandlungen in Maskat wurden auch vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen dem Iran und den USA geführt. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben. Teheran bestreitet das.

Einen Tag nach den Gesprächen mit dem Iran besuchten die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner den in den Persischen Golf entsandten US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln", den US-Präsident Trump als Zeichen erhöhten Drucks gegen den Iran in die Region geschickt hatte. Witkoff erklärte in Online-Netzwerken, der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe "sorgen für unsere Sicherheit und verleihen Präsident Trumps Botschaft des Friedens durch Stärke Nachdruck".

Der israelische Energieminister Eli Cohen hält ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran für wertlos - und eine militärische Konfrontation mit dem Erzfeind Iran auch dann für möglich. "Ein Abkommen mit dem derzeitigen Regime hat keinen Wert - nur ein Regimewechsel im Iran", sagte Cohen nach Angaben des israelischen Nachrichtenportals "ynet" vom Sonntag. "Ein Regimewechsel in Teheran liegt im Interesse aller muslimischen Staaten, die den Iran umgeben", so Cohen.

Zusammenfassung
  • Unmittelbar nach den Gesprächen verhängte Washington neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte, was Araqchi als Zeichen mangelnder Ernsthaftigkeit der USA bei den Verhandlungen kritisierte.