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Innenminister Karner gegen deutschen Vorstoß in Asylpolitik

17. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) kritisiert den Vorstoß von Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser in der europäischen Asylpolitik. Wer wie Faeser für Asylsuchende eine "Koalition der aufnahmebereiten Mitgliedsstaaten" schmieden wolle, schicke die völlig falschen Signale aus, zitiert ihn die "Bild".

"Ich spreche mich klar gegen solche Bestrebungen aus." Ein solches Bündnis wecke laut Karner falsche Erwartungen. Der Minister plädierte gegenüber der deutschen Zeitung stattdessen dafür, "Allianzen der Vernunft" zu bilden. Die EU solle sich in der Migrationsfrage auf jene Themen konzentrieren, bei denen Einigkeit herrsche. Das seien ein robuster Außengrenzschutz, schnelle Verfahren und konsequente Rückführungen.

Aufgriffe 2021 fast verdoppelt

Österreich verfolgt seit vielen Jahren eine restriktive Migrationspolitik. Das Land gehört ähnlich wie Deutschland zu den Hauptzielen von Zuwanderern, die nach Erkenntnissen der Behörden oft aus wirtschaftlichen Gründen kommen. 2021 wurden laut Bundeskriminalamt in Österreich 40.000 Menschen aufgegriffen, die illegal und teils mit Hilfe von Schleppern die Landesgrenzen passiert hatten, fast doppelt so viele wie im Jahr davor.

Faeser hatte am vergangenen Freitag nach einem Treffen mit EU-Innenkommissarin Ylva Johansson in Berlin gesagt, eine "Koalition der aufnahmebereiten Mitgliedstaaten" könne vorangehen und so die Weiterentwicklung des europäischen Asylsystems in Gang bringen. Ihre ersten Gespräche mit Frankreich und Italien zu Migrationsfragen seien vielversprechend gewesen

Quelle: Agenturen