In Nepal findet Parlamentswahl statt
Eine Sperrung von etlichen Social-Media-Plattformen hatte im September in Nepal Zehntausende, meist jüngere Menschen auf die Straße getrieben. Sie prangerten zudem weit verbreitete Korruption und Günstlingswirtschaft an. Im Zuge der Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
Fast 19 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Eine Voraussage zum Wahlausgang gilt als schwierig. Dem früheren Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, Balendra Shah, werden gute Chancen eingeräumt, nächster Premierminister des Landes zu werden. Er geht als Spitzenkandidat für die relativ junge zentristische Rastriya Swatantra Party ins Rennen. Ihre größten Rivalen sind die früheren Regierungsparteien Nepali Congress und die Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten-Leninisten).
Es geht um die Verteilung von 275 Sitzen. Neben den 165 Direktmandaten werden 110 Sitze nach dem proportionalen Stimmenanteil an Listenkandidaten vergeben. Mit ersten Ergebnissen wird frühestens am Freitag gerechnet.
Zusammenfassung
- Fast 19 Millionen Menschen in Nepal sind am Donnerstag zur Wahl eines neuen Bundesparlaments aufgerufen, die erste Abstimmung nach den tödlichen Unruhen mit über 70 Opfern vor sechs Monaten.
- Die Wahl gilt als richtungsweisend und als Test für den Einfluss der jungen Wähler, nachdem im September Zehntausende gegen Korruption und die Sperrung von Social Media protestiert hatten.
- Es werden 275 Sitze vergeben, darunter 165 Direktmandate und 110 Listenplätze, und als Favorit auf das Amt des Premierministers gilt Balendra Shah von der Rastriya Swatantra Party.
