Impfpflicht für Gesundheitsberufe: "So geht man mit Menschen nicht um"

12. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Die von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) offenbar ohne Gespräche angekündigte Impfpflicht für Gesundheitsberufe stößt der Gewerkschaft sauer auf - diese fordert eine Krisengipfel.

"So geht man mit Menschen nicht um. Vor allem, wenn es die Menschen betrifft, die sich seit bald zwei Jahren sprichwörtlich den Arsch aufreißen", zeigt sich Edgar Martin, Vorsitzender "Team Gesundheit" bei der Younion, sauer. Es geht um die von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) überraschend angekündigte Impfpflicht für Gesundheitsberufe.

Wie diese ausschauen wird? Die "Vorbereitungen werden getroffen", so die nichtssagende Antwort des Gesundheitsministers.  

Natürlich würden sich alle "eine freiwillige hundertprozentige Durchimpfungsrate wünschen, die gibt’s aber nicht. Und die ist sicher nicht mit Zwang zu erreichen", ist sich Martin sicher. Vor allem, weil der Minister "am 17. Oktober noch gesagt hat, er möchte nicht mit der Brechstange vorgehen".

"Keine Soldaten"

Bisher habe noch niemand mit der Gewerkschaft geredet, die sich aber durchaus gesprächsbereit zeigt: "Wir wollen einen Krisengipfel." Aber derzeit versuche man "mit Schnellschüssen, ohne mit jemandem zu reden Herr der Lage zu werden". Komme die Impfpflicht, werde dies zu Abgängen führen. Gesundheitsbedienstete seien "keine Soldaten, sie haben sich zu nichts verpflichtet. Und wer dann den Bereich verlässt, ist nicht fahnenflüchtig". Eine Impfpflicht könne man natürlich bei Neueinsteigern verlangen, aber nicht bei bestehenden Mitarbeitern, das sei ein arbeitsrechtlicher Aspekt.

"Mehr Personal"

Was man brauche "ist mehr Personal. Mir ist klar, das kann sich keiner aus den Rippen schneiden. Die Leute lechzen nach Erholung, nach Entspannung der Situation, nach Freizeit. Du bist quasi auf unbezahlter Rufbereitschaft, du kannst keine Freizeit mit deinen Liebsten planen".

Quelle: Redaktion / moe