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IAEA: Vier von sieben Bränden beim AKW Tschernobyl gelöscht

24. März 2022 · Lesedauer 2 min

Im Sperrgebiet um das AKW Tschernobyl sind mehrere Brände, aber nicht alle, erfolgreich bekämpft worden. Generaldirektor Rafael Grossi ist über die Gesamtsituation in der Ukraine besorgt.

Ukraines Atomaufsichtsbehörde informierte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass die Feuerwehr der Stadt Tschernobyl vier Brände gelöscht habe, teilte Grossi am Mittwochabend mit. Es gebe drei weitere. Das ukrainische Parlament meldete, dass sieben Brände auf dem Gebiet ausgebrochen seien. Eine Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern stehe in Flammen. Russische Truppen hatten das Gelände um das AKW vor rund einem Monat unter ihre Kontrolle gebracht. 

Leichter Cäsiumanstieg

In der Sperrzone würden derzeit laut ukrainischer Aufsichtsbehörde keine Strahlungsmessungen durchgeführt, hieß es von der IAEA weiter. In Kiew und an zwei Orten westlich von Tschernobyl sei ein leichter Anstieg der Cäsiumkonzentration in der Luft festgestellt worden. Die ukrainische Aufsichtsbehörde habe der IAEA mitgeteilt, dass dies keine erheblichen radiologischen Bedenken aufwerfe.

Kiew hatte erklärt, die Feuer seien "wahrscheinlich" durch die bewaffnete Aggression der Russischen Föderation verursacht worden. Das ließ sich nicht überprüfen. Allerdings kam es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Wald- und Flächenbränden.

Rund um die Atomruine hatte es etwa im Frühjahr 2020 bereits größere Brände gegeben. Damals versicherten die Behörden mehrmals, dass die Radioaktivität in den angrenzenden besiedelten Regionen unter den Grenzwerten liege und keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe.

Grossi: IAEA-Hilfe muss organisiert werden

Grossi sagte zudem, er sei nach wie vor sehr besorgt über die Situation in der Ukraine. Er betonte die dringende Notwendigkeit einer Vereinbarung, der es der IAEA ermögliche, technische Hilfe für den sicheren Betrieb der ukrainischen Atomanlagen zu leisten, darunter die Präsenz von IAEA-Experten vor Ort.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam