APA - Austria Presse Agentur

Hilfsorganisationen schlagen vor Syrienkonferenz Alarm

29. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Vor dem Beginn einer Syrienkonferenz in Brüssel schlagen Hilfsorganisationen angesichts der Hungerkrise in dem Bürgerkriegsland Alarm. "Die wirtschaftliche Situation wird schlimmer und schlimmer", sagte der Programmkoordinator der Welthungerhilfe für Syrien, Halil Kurt. Überall im Land gebe es mittlerweile Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Bei der am Dienstag stattfindenden Syrienkonferenz wollen EU und UNO über Hilfe für die syrische Zivilbevölkerung beraten. Nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg erlebt das Land eine schwere Wirtschaftskrise. Das syrische Pfund hat in den vergangenen Monaten massiv an Wert verloren. Die Corona-Pandemie und neue US-Sanktionen haben die Lage verschärft.

"Die Menschen müssen ihre Mahlzeiten verkleinern oder ganz ausfallen lassen", sagte Kurt. Viele ernährten sich fast nur noch von Brot. "Sie überleben noch, aber sie haben keine ausgewogene Ernährung mehr. Das wird langfristig zu Gesundheitsproblemen führen."

Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) zufolge haben mittlerweile rund 9,3 Millionen Syrer nicht mehr genug zu essen. Das sei eine Zunahme um 1,4 Millionen Menschen in den vergangenen sechs Monaten. WFP sprach im Vorfeld der Brüsseler Konferenz von einer "beispiellosen Hungerkrise".

Die EU-Kommission geht von der Teilnahme der in den Syrien-Konflikt involvierten Länder Russland, Iran und Türkei bei der Online-Syrien-Konferenz aus. Die Minister seien eingeladen worden, eine fixe Zusage werde es aber erst im letzten Moment geben, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel

Bei der Konferenz wollen EU und UNO über Hilfe für die syrische Zivilbevölkerung beraten. Ausgeschlossen von dem Austausch sind das syrische Regime von Machthaber Bashar al-Assad und die Opposition. Dies gilt auch als Kriterium für die geladenen Vertreter der Zivilgesellschaft aus Syrien und der Region. Alle, die etwas zu sagen habe, würden einbezogen, sofern sie weder mit Regime noch Opposition verbunden seien, hieß es.

Zu der vierten Syrienkonferenz unter dem Vorsitz von EU-Chefdiplomat Josep Borrell und dem UNO-Untergeneralsekretär und Nothilfekoordinator Mark Lowcock werden insgesamt 80 Delegierte aus mehr als 60 Ländern und von einem Dutzend internationalen Organisationen erwartet, auch EU-Nachbarschaftskommissar Oliver Varhelyi und der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, nehmen an dem Austausch teil. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wird auf Beamtenebene vertreten.

Quelle: Agenturen