APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH

Kickl kandidiert nicht bei Bundespräsidentenwahl

08. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

FPÖ-Chef Herbert Kickl hat am Mittwoch neuerlich ausgeschlossen, dass er persönlich bei der im kommenden Herbst anstehenden Bundespräsidentschafts-Wahl antreten könnte. Den oder die blaue Kandidaten oder Kandidatin werde die FPÖ vorstellen, wenn der Wahltermin feststeht, so Kickl.

"Ich selber werde nicht kandidieren", sagte Kickl auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Er begründet seine Entscheidung damit, dass seiner Meinung nach das Amt eines Bundesparteiobmannes und Klubobmannes mit dem Führen eines Präsidentschaftswahlkampfes nicht kompatibel sei. Man habe aber bei den am Vortag abgehaltenen Gremiensitzungen der FPÖ "natürlich" auch über die Präsidentschaftswahl gesprochen, so Kickl. Es sei aber von vornherein festgestanden, dass es in dieser Frage noch keine Entscheidung geben wird. Das Thema stand auch gar nicht auf der Tagesordnung, wiederholte der FPÖ-Obmann seine am Vortag getätigten Aussagen. Die Erwartungshaltung sei lediglich von den Medien geschürt worden, sagte er.

Kein Zweifel an FPÖ-Kandidat:in

Zu seiner (neuerlichen) Festlegung, dass er selbst nicht in den Ring um das höchste Amt im Staat einsteigen wird, sagte der FPÖ-Chef: "Wer Großes will, muss sich beschränken." Ihm gehe es darum, die FPÖ in Richtung 25 Prozent zu bringen und ein starkes Nationalratswahl-Ergebnis zu erreichen.

Dass die FPÖ einen Präsidentschafts-Kandidaten ins Rennen schicken wird, daran ließ Kickl neuerlich keinen Zweifel: "Es ist kein Geheimnis, dass die Führungsgremien der FPÖ genauso wie ich der Meinung sind, dass es geradezu eine patriotische Pflicht ist, dem schläfrigen Systemkandidaten Alexander Van der Bellen einen vitalen Vertreter entgegenzustellen", übte er gleichzeitig Kritik am Amtsinhaber. Er gebe Van der Bellen lediglich in einem Recht: "Dass es keine g'mahte Wies'n wird."

Die FPÖ habe am Vortag bei den Sitzungen von Parteivorstand und -leitung auch festgehalten, dass es "mehrere Persönlichkeiten" für eine blaue Kandidatur gebe. "Ich werde keinen Namen nennen über die Namen hinaus, die jetzt ohnehin schon bekannt geworden sind", so Kickl. Als Favoritin wird ja Verfassungssprecherin Susanne Fürst gehandelt. Alle in Frage kommenden Personen seien jedenfalls "aus einem andere Holz geschnitzt als Van der Bellen" - denn diese würden etwa wissen, "dass die Österreichische Staatsbürgeschaft kein Ramschartikel ist, den man verschleudern kann", so Kickl.

Entscheidung abhängig von Wahltermin

"Die Zeit ist aber noch nicht reif, dass wir Ihnen jetzt einen Kandidaten präsentieren", so Kickl. "Es geht nicht darum, als Erster am Spielfeld zu sein, sondern darum, am Ende die Nase vorne zu haben." Die "entscheidende Frage" hinsichtlich der blauen Entscheidung für einen Kandidaten sei der Wahltermin. Er erwarte sich von der Regierung eine Klarstellung, wann wird das sein. Es dränge sich der Verdacht auf, "dass das das nächste abgekartete Spiel ist - denn je mehr man Vorlauf verkürzt, desto mehr nutzt es dem Amtsinhaber". Die FPÖ werde jedenfalls "im zeitlichen Naheverhältnis" zur Bekanntgabe des Wahltermins eine Kandidaten-Entscheidung treffen, so Kickl.

Einen Bericht der Tageszeitung "Österreich", wonach die FPÖ den Kolumnisten der "Kronen Zeitung", Tassilo Walentin, gerne ins Rennen um die Hofburg schicken würde, wies Kickl zurück. Dies seien keine "Breaking News", sondern "Breaking Schmus", sagte er dazu.

Quelle: Agenturen