Strache: "Bevölkerungsaustausch ist kein rechtsextremes Wort"

24. Aug 2020 · Lesedauer 5 min

Bei PULS-24-Infochefin Corinna Milborn spricht Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache ausführlich über seine Klosterneuburger Wohnung, Bargeld und Bevölkerungsaustausch.

Im Rahmen der Interviews mit den Spitzenkandidaten zur Wien-Wahl ist am Montag Team-HC-Strache-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache bei PULS-24-Infochefin Corinna Milborn zu Gast. In dem gut halbstündigen, teils emotionalen und aufbrausenden Gespräch äußert sich Strache unter anderem über die Klosterneuburger Wohnung, Chemtrails, Korfu, Mandatskauf, seine Vorliebe für Bargeld, Bevölkerungsaustausch und Demografieleugner sowie seine Ex-Partei und Ibiza. Die wichtigsten Aussagen von Heinz-Christian Strache kompakt zusammengefasst:

Wer die Kosten für die Klosterneuburger Wohnung zahlt

"Ich zahle das jetzt privat. Faktum ist – das wird immer auf die Seite geschoben – seit ich Jahr 2004 Verantwortung übernommen habe, nämlich Landesobmann und dann 2005 Bundesobmann zu sein, habe ich massive Drohungen erleben müssen. Nicht nur ich, sondern auch meine Familie. (...) Das hat natürlich auch entsprechende Sicherheitskosten beinhaltet. Und diese Sicherheitskosten waren natürlich auch im Wohnbereich zu treffen. Und da war der vormalige Wohnbereich nicht gerade der sicherste. Wenn es um laufende Bedrohungen geht, ist klar, dass damals meine Partei für den Parteivorsitzenden auch Sicherheitskosten zu tragen gehabt hat und das nicht auf mir abgeladen worden ist. (…) Natürlich waren es auch Repräsentationszwecke."

Wovon Strache lebt

"Ich bin zum Glück seit 1. Oktober vergangenen Jahres selbstständig und Unternehmer und auch erfolgreich. Daher kann ich als erfolgreicher Unternehmer auch mit den Einnahmen, die ich durch meine Kunden habe, meinen Lebensunterhalt bestreiten und auch meine Kosten decken. Und das ist gut so. Natürlich tut es nichts zur Sache, wer meine Kunden sind."

Schutz der Risikogruppe ohne Impfung

"Ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen, aber das muss die freie Entscheidung jedes Individuums sein. (…) Natürlich ist es in Pflegeeinrichtungen und Spitälern wichtig, die Risikogruppen und Patienten entsprechend zu schützen und abzuschotten – keine Frage. Denn wenn es da Besuche gibt und nicht kontrolliert wird, kann es sein, dass damit auch der Virus ins Pflegeheim oder Spital kommt. Das muss man vermeiden."

Über eine Reise nach Korfu und die SMS dazu

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"Ich war nicht auf Korfu in meiner Vizekanzlerschaft. Lange vor meiner Vizekanzlerschaft war ich dort. (...) Ich habe alles in meinem Leben, und auch das, ganz korrekt abgewickelt. Ich habe in meinem Leben, ich glaube zwei Mal einen Privatjet gemietet und diesen auch privat bezahlt."

Konfrontiert mit dem SMS-Verkehr mit dem Piloten und woher er diesen kenne

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"Weil ich dort auf Urlaub war und weil ich ihn dort beim Essen auch kennengelernt habe. Und das war lange vor meiner Zeit als Vizekanzler."

Über den (legalen) Mandatskauf von Schellenbach

"Nicht ich habe ihn auf die Liste getan, der Vorstand hat ihn einstimmig beschlossen. Auf Wunsch aller im Vorstand sitzenden, weil die ja die Entscheidung getroffen haben."

Faktum ist, der Herr Schellenbach ist nicht irgendwo aus dem Nichts gekommen, der war beim Ring Freiheitlicher Wirtschaft tätig. Er hat auch mehrere Bekanntschaften innerhalb der FPÖ gehabt, war ein Unternehmer, der dann im Parlament auch tätig gewesen ist. Dort nicht unbedingt erfolgreich tätig gewesen ist. Daher auch im Jahr 2017 nicht mehr aufgestellt wurde.

Warum Strache hohe Summen mit Bargeld zahlt

"Sie werfen mir hier nichts Rechtswidriges vor. Dass ich immer ein Vertreter des Bargeldes war und das ich auch Bargeld hatte, das wussten auch meine...

Woher ist die Frage?

"Das werde ich sicher nicht Ihnen auf die Nase binden, sondern korrekterweise hatte ich Bargeld, es ist mein privates Geld, ich war auch vormals Unternehmer. Ich habe auch mein Geld gut angelegt. Das ist auch alles nachvollziehbar. Das wird auch die Ermittlungsbehörde recherchieren.

Deswegen bin ich auch ein Verfechter, dass Bargeld nicht abgeschafft wird, es ist nichts Unredliches, Bargeld zu haben, wenn man es redlich verdient hat. Genau das ist bei mir der Fall."

Einschränkung des Binnemarktes laut Grundsatzpapier

"Es geht eindeutig um die Grenzsicherung. Die Grenzsicherung bedeutet, dass man natürlich einen eingeschränkten Binnenmarkt hat, wenn man die Grenzen nicht nur an der Außengrenze sicherstellen kann, wie das heute der Fall ist, sondern eben auch innerhalb der nationalstaatlichen Grenzen eine bessere Grenzssicherung sicherstellen muss. Dann ist das eine Einschränkung für den Binnenmarkt, aber das ist leider da oder dort notwendig, weil der Außengrenzsschutz versagt."

Bevölkerungsausstausch und Demografieleugner

"Ich habe lange bevor es die Identitären gegeben hat, von Bevölkerungsausstauch gesprochen. Ich habe lange bevor es die Identitären gegeben hat, von einer Umvolkung gesprochen, die ich dann nicht mehr verwendet habe, als Begrifflichkeit, sondern gesagt habe, es ist ein Austausch der Bevölkerung.

Bevölkerungsaustausch ist kein rechtsextremes Wort, sondern es sagt die Wahrheit. Dass man versucht, dann Begrifflichkeiten zu verbieten oder zu kriminalisieren, das erleben wir, wo Meinungsfreiheit teilweise mit Füßen getreten werden soll. Faktum ist, wir haben Demografieleugner heute in unserer Gesellschaft, die eines der größten Probleme leugnen. Nämlich, das seit Jahren aufgrund politischer Verfehlungen, aufgrund einer falschen Zuwanderungspolitik, wir heute eine Entwicklung haben, wo in den öffentlichen Volksschulen Wiens bereits über 50 Prozent der Kinder einen muslimischen Hintergrund haben und bis zum Jahr 2040 in Wien bei den bis zu 16-Jährigen eine Bevölkerungsmehrheit da sein wird. Das heißt, man betreibt eine Entwicklung, bei der unsere Gesellschaft mehrheitlich muslimisch werden wird. Sie kann man politisch wollen kann oder nicht. Ich will das nicht."

Quelle: Redaktion / moe