Hanke: Anschober und Kurz müssen Führungsrolle einnehmen

01. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke appelliert im PULS 24 Interview an den Gesundheitsminister und Kanzler, wieder eine Führungsrolle einzunehmen.

Spätestens mit den zähen Verhandlungen um den Oster-Lockdown im Osten des Landes beweist Österreich einmal mehr, es ist ein föderalistisches Land. Wien verkündete vergleichsweise früh eine Lockdown-Verlängerung bis 11. April, Niederösterreich und das Burgenland zogen erst später nach. Die Verlängerung begrüßt Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ). Der Lockdown bis zum 11. April sei eine Zeitspanne, "in der man sieht, ob es eine Trendumkehr bei der Belegung der Intensivstation geben wird". Dann sollte es laut Hanke eine Frist von "zwei bis drei Wochen geben", dass man "wieder in eine erste Normalität zurückkommt". Eine Verlängerung des Lockdowns sei aber denkbar, bestätigt er auf Nachfrage.

Führungsqualitäten

Während Hanke für Parteikollege und Bürgermeister Michael Ludwig nur positive Worte findet, müsse die Bundesregierung zeigen, "dass sie die Verantwortung übernimmt". Es sei schon bedenklich, dass es "auch hier im Osten" in den letzten Tagen "unterschiedliche Sprachregelungen" gegeben habe. Man habe in Wien auch eine Führungsrolle, "aber wir dürfen weder den Gesundheitsminister Anschober noch den Bundeskanzler aus der Pflicht entlassen, sondern sie haben hier Führungsqualität zu leisten und sie haben zu zeigen, wie dieses Land durch die Krise geführt wird. Deshalb auch mein Appell, diese wichtige Rolle auch einzunehmen".

Minus im Milliardenbereich

Auf die prognostizierte Wirtschaftskrise sei Wien vorbereitet. Man rechne zwar 2021 mit einem Minus im "Milliardenbereich", aber man müsse Partner der Wirtschaft und der Bevölkerung sein. Zudem habe man "so viele Pakete, wie kein anderes Bundesland beschlossen. Wir haben über 500 Millionen Euro an Hilfen unterschiedlichster Art zur Verfügung gestellt". Hanke verspricht weitere Schwerpunkte, die in den nächsten Wochen und Monaten ausgerollt werden sollen.

Besonders betroffen ist in Wien der Städtetourismus und die Gastronomie, die Situation für die Unternehmen "ist mehr als ernst, deswegen gibt es eine Hotellerieförderung von der Stadt Wien. Wenn es wieder losgeht, wird ihnen die Stadt Geld in die Hand geben", sagt der Finanzstadtrat. Man würde auch durch Anfragen aus dem Kongress-Bereich merken, dass man überlege, im Spätherbst 2021 zurück nach Wien zu kommen.

Quelle: Redaktion / moe