Häupl: Grüne tragen "neoliberalen Schmarrn" mit

24. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Wiens Ex-Bürgermeister Michael Häupl hat sich zwar als aktiver Politiker zurückgezogen, "aber ich bin nicht unpolitisch geworden" – das zeigt sich auch im PULS 24 Interview deutlich.

Eigentlich war Michael Häupl (SPÖ) am Donnerstag in seiner Funktion als Präsident der Wiener Volkshilfe im Schweizerhaus. Gemeinsam mit dem Samariterbund und dem Pensionistenverband wurde auf das Thema Einsamkeit bei Älteren aufmerksam gemacht. Im PULS 24 Interview spricht Häupl auch darüber und gibt zu bedenken, dass Einsamkeit schon vor Corona ein Thema war. "Einsamkeit, Armut, Krankheit", das sei eine schlechte Kombination und "man muss sich um die Leute kümmern, man darf sie in ihrer Einsamkeit nicht alleine lassen".

Höheres Augenmerk auf soziale Fragen

Das kreidet der Ex-Bürgermeister der derzeitigen Politik an. Er ist "aus der politischen Funktion ausgeschieden, aber ich bin nicht unpolitisch geworden", stellt er klar, er verfolge die Politik aufmerksam. "Sehr vieles finde ich ganz okay. Sehr, sehr vieles finde ich gar nicht okay." Besonders, wie man mit den sozialen Fragen umgehe. Dem gelte es, "eine wesentlich höhere Sensibilität und ein wesentlich höheres Augenmerk zu widmen, als es derzeit von der Regierungspolitik" gemacht werde.

Grüne tragen "neoliberalen Schmarrn" mit

"Ja, von der Regierungspolitik – ich habe gerade ein bisschen nachgedacht, ob ich die Grünen rausnehmen soll? Aber nicht wirklich. Sie tragen das immerhin mit, was an neoliberalen Schmarrn gemacht wird, und das finde ich nicht so toll."

"Wo samma denn?"

U-Ausschüsse sind für Häupl ein wichtiges Instrument der parlamentarischen Demokratie, wie diese derzeit behandelt werden "ist eigentlich ein demokratiepolitischer Skandal erster Güte". "Einfach unglaublich" und "phänomenal" findet Häupl, "wie aus dem sogenannten Ibiza-Ausschuss die Freiheitlichen, nachdem was sich in dem Ibiza-Video real abgespielt hat, so rausgekommen sind, dass eigentlich jetzt die ÖVP die Beschuldigten sind – um nicht schlimmere Vokabeln zu verwenden".

Rücktrittsforderungen überlasse er aktiven Politikern, "da bin ich nicht mehr dabei". Es könne jeder selbst beurteilen, "dass man sowas wie eine Exekution durch den Bundespräsidenten braucht, damit man seine Unterlagen einem parlamentarischen Gremium zuleitet…  i man, ehrlich g'sagt: Wo samma denn?"

Quelle: Redaktion / moe