Grüne basteln an Leitbild für die Zukunft
Im Jahr 1986 seien die Grünen beim Sprung ins Parlament von der Anti-Atomkraft-Bewegung, den Protesten in der Hainburger Au und vielen Bürgerinitiativen getragen gewesen, sagte Gewessler. Gemeinsam habe man Naturzerstörung verhindert und Machtmissbrauch Grenzen gesetzt. Im Gegensatz zu anderen Parteien habe man nicht weggeschaut, sondern sich den Problemen der Zeit gestellt. Nun stehe man erneut vor einer Wende: "Es geht darum, ob ein gutes Leben leistbar bleibt, ob wir unabhängig von Öl und Gas werden und ob unsere Demokratie stark genug ist, Spaltung standzuhalten", sagte sie.
Dem Thema Demokratieverteidigung widmete sich auch Gewesslers Stellvertreterin Alma Zadić. Das habe schon beim Lichtermeer 1993 begonnen, als sie selbst noch nicht in Österreich gelebt habe, die Grünen sich aber gegen die FPÖ unter Jörg Haider und dessen Hassparolen gestellt hätten. Auch heute gelte, dass der Hetze als Geschäftsmodell der Freiheitlichen und dem Nacheifern von Despoten wie Vladimir Putin Einhalt geboten werden müsse.
Stefan Kaineder, ebenfalls stellvertretender Bundessprecher, erinnerte an die Rolle der Grünen bei der Umsetzung praktischer Lebensverbesserung, von umweltfreundlichen Heizsystemen mittels entsprechender Förderungen bis zur Verkehrsberuhigung in den Städten. "Das ist die Art von Veränderung, für die die Grünen gekämpft haben", sagte er. Wo Grüne mitentschieden, sei es auf Bundes-, Landes- oder Gemeindeebene, gebe es Verbesserungen. Er hoffe, dass eine solche Partei auch in Zukunft von den Menschen gewählt werde, so Kaineder.
Zusammenfassung
- Die Grünen feiern 40 Jahre seit ihrem ersten Einzug in den Nationalrat und starten einen Leitbildprozess für die kommenden Jahre.
- Parteichefin Leonore Gewessler will mit einem neuen Leitbild einen Kompass für politische Entscheidungen schaffen und dabei Themen wie Krieg, Teuerung und Demokratiegefährdung in den Fokus rücken.
- Stellvertreterin Alma Zadić und Stefan Kaineder betonen die Bedeutung der Demokratieverteidigung und verweisen auf praktische Verbesserungen durch grüne Politik, etwa bei umweltfreundlichen Heizsystemen und Verkehrsberuhigung.
