Grönland will mit Gesetz Ausverkauf an USA verhindern
Ein sprunghafter Anstieg des Interesses von US-Käufern an Immobilien in der Hauptstadt Nuuk Anfang 2025 hatte die Abgeordneten alarmiert. Dies hat bereits zu Beschränkungen beim Immobilienerwerb durch Ausländer geführt.
Der Gesetzentwurf, der im Oktober offiziell ins Parlament eingebracht wurde, soll es den Behörden ermöglichen, die Herkunft von Geldern zu prüfen. Geschäfte können abgelehnt werden, falls die politischen Absichten der Investoren Anlass zur Sorge geben. "Wenn jemand für Trump arbeitet, werden wir es mit diesem Gesetz herausfinden", sagte der Abgeordnete Aqqalu Jerimiassen von der regierenden Atassut-Partei. "Es geht um unsere eigene Sicherheit."
Ursprünglich war das Gesetz auch als Schutz vor unerwünschten chinesischen Investitionen gedacht. Der Fokus habe sich jedoch nach Trumps wiederholten Vorstößen verschoben, hieß es aus den Kreisen weiter.
Die Abgeordneten auf der arktischen Insel befinden sich in einem Dilemma. Einerseits ist Grönland zur Modernisierung seiner stagnierenden Wirtschaft auf ausländisches Kapital angewiesen. Andererseits fürchten sie eine politische Einflussnahme. "Grönland will amerikanisches Kapital, aber wir fürchten versteckte politische Motive hinter bestimmten privaten US-Investoren", sagte ein Abgeordneter, der anonym bleiben wollte. Wirtschaftsministerin Naaja Nathanielsen betonte, das Gesetz sei keine Reaktion auf das Interesse aus den USA. Amerikanische Investitionen seien weiterhin willkommen.
Grönland ist ein weitgehend autonomer Teil des Königreichs Dänemark, das für die Außen- und Sicherheitspolitik zuständig ist. Trump hatte zeitweise mit einer Annexion der Insel gedroht. Diese sei für die Sicherheit der USA zentral. Auch eine militärische Besetzung hatte er nicht ausgeschlossen.
Zusammenfassung
- Grönland will im April ein Gesetz verabschieden, das ausländische Investitionen strenger überprüft und die Herkunft von Geldern sowie politische Motive von Investoren kontrolliert.
- Auslöser ist ein starker Anstieg des Interesses von US-Käufern an Immobilien in Nuuk Anfang 2025, was bereits zu Beschränkungen beim Immobilienerwerb durch Ausländer geführt hat.
