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Blauhelmsoldaten im Libanon von Raketen getroffen

06. März 2026 · Lesedauer 2 min

Das Hauptquartier des ghanesischen Friedensbataillons der Vereinten Nationen im Libanon (UNIFIL) ist am Freitag von Raketenangriffen getroffen worden. Zwei Soldaten wurden schwer verletzt und schwebten in Lebensgefahr, teilte die ghanesische Armee in einer Erklärung mit. Ein Sprecher des österreichischen Bundesheeres bestätigte den Angriff. Österreichische Soldaten seien nicht betroffen, sagte Oberst Michael Bauer auf APA-Anfrage.

Neben den beiden schwer verletzten Soldaten habe ein weiterer Soldat einen schweren Schock erlitten, hieß es in der Erklärung Ghanas weiter. Der Stützpunkt in der Stadt Kawsah wurde demnach mit zwei Raketen beschossen. Ein Gebäude auf dem Stützpunkt brannte vollständig nieder. Das Außenministerium in Accra protestierte bei der UNO-Zentrale in New York gegen den Vorfall.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun machte Israel für den Angriff verantwortlich. Der französische Präsident Emmanuel Macron verurteilte den "unverzeihlichen Angriff" auf die UNO-Friedenstruppe. Frankreich setze sich gemeinsam mit seinen Partnern dafür ein, ein Übergreifen des Konflikts in der Region zu verhindern, schrieb er im Onlinedienst X. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen.

Die Hisbollah-Miliz hatte am Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Israel reagiert seitdem mit umfangreichen Luftangriffen in mehreren Teilen des Libanon. Zehntausende Menschen wurden zur Flucht aufgerufen. Im Zuge der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah starben im Libanon nach Behördenangaben mehr als 200 Menschen.

176 Angehörige des österreichischen Bundesheers sind laut Verteidigungsministerium im Rahmen der UNO-Friedensmission im Süden des Libanon (UNIFIL) stationiert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hatte am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem Kommandanten des österreichischen Kontingents, Major Markus Wappel, versichert, dass die Truppe vor Ort wohlauf sei. Derzeit bestehe keine Gefahr für die Soldaten. Ihre Lage sei unverändert, hatte es am Donnerstag aus dem Verteidigungsministerium geheißen.

Die Österreicher sind primär für logistische Einsätze wie Transporte, die Bergung und das Instandsetzen von UNO-Fahrzeugen, Treibstoffversorgung und Lagerhaltung zuständig. Der UNO-Sicherheitsrat hatte Ende August beschlossen, dass die UNIFIL-Mission Ende 2026 beendet wird. Die UNO-Blauhelme sollen demnach den Libanon wie von Israel und den USA gefordert im Verlauf des Jahres 2027 verlassen.

Zusammenfassung
  • Das Hauptquartier des ghanesischen UNIFIL-Bataillons in Kawsah wurde am Freitag von zwei Raketen getroffen, zwei Soldaten wurden schwer verletzt und ein weiterer erlitt einen schweren Schock.
  • Österreichische Soldaten sind laut Verteidigungsministerium nicht betroffen, aktuell sind 176 Angehörige des Bundesheeres im Rahmen der UNO-Friedensmission im Süden des Libanon stationiert.
  • Im Zuge der jüngsten Eskalation zwischen Israel und Hisbollah wurden im Libanon nach Behördenangaben mehr als 200 Menschen getötet und Zehntausende zur Flucht aufgerufen.