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Gewerkschaft will schnell einheitliche Kindergartenstandards

23. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Im Zuge der "Reformpartnerschaft" haben die Spitzen von Bund, Ländern und Gemeinden vereinbart, dass die Kindergärten künftig einheitliche Mindeststandards etwa bei Berufsbild und Betreuungsqualität bekommen. Derzeit gelten je nach Bundesland andere Regeln. Die Vorsitzende der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, hat am Freitag in dieser Frage mehr Tempo gefordert, es brauche "einheitliche Qualitätsstandards und ausreichende Finanzierung statt Ausreden und Kompetenz-Wirrwarr".

Die Industriellenvereinigung (IV) verlangte in dem Zusammenhang klare Zuständigkeiten, darunter eine verlässliche Finanzierung, transparente Standards etwa für Personal, Öffnungszeiten und Ferienregelungen. Außerdem bräuchte es eine zentrale Bedarfserhebung, um Mittel effizient einsetzen zu können, forderte Generalsekretär Christoph Neumayer in einer Aussendung im Vorfeld des Tags der Elementarpädagogik am morgigen Samstag.

Die FPÖ sprach sich unterdessen gegen eine Zentralisierung bei den Kindergärten aus. Der Bund solle - wie beim freiheitlichen Modell für die Schulen - nur für Lehrpläne, Ausbildung des Personals und übergeordnete Steuerung zuständig sein und die jeweiligen Träger für alles andere. "Damit würden endlose Kompetenzstreitigkeiten ein für alle Mal beendet und Verantwortung klar und nachvollziehbar zugeordnet", erklärte Bildungssprecher Hermann Brückl.

Die Gewerkschaft verlangte unterdessen einmal mehr auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Geht es nach der GPA, sollte ein Viertel der vereinbarten Arbeitszeit für Vor- und Nachbereitung genutzt werden können. Wolle man dem Personalmangel etwas entgegensetzen, müssten die Arbeitsbedingungen auch an die deutlich gestiegenen Anforderungen etwa bei Inklusion und Sprachförderung angepasst werden, etwa durch einen besseren Betreuungsschlüssel und Arbeiten in multiprofessionellen Teams.

Auch die u.a. für die Gemeindebediensteten zuständige Gewerkschaft Younion mahnte einmal mehr schnelle Reformen ein. Neben bundesweit einheitlichen Rahmenbedingungen, kleineren Gruppen und einem besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel nannte sie in einer Aussendung auch einen konsequenten Ausbau der Ausbildungsschienen für Erwachsene, weil diese eher langfristig im Kindergarten bleiben, sowie attraktive Karrieremöglichkeiten für das bestehende Personal, Supervision und Entlastung der Leitungen durch administratives Personal.

Personal wünscht sich kleinere Gruppen

Handlungsbedarf in diesen Bereichen zeigt auch eine Umfrage im Auftrag der MEGA Bildungsstiftung unter Kindergartenpersonal und Eltern (je 300 Online-Interviews durch das Meinungsforschungsinstitut "Triple M"). Laut den am Freitag veröffentlichten Kindergarten-Daten aus dem Bildungsklima-Index 2025 sahen die Pädagoginnen und Pädagogen, Assistenzkräfte und Kindergartenleitungen ebenso wie die befragten Eltern beim Personalmangel und der Gruppengröße den größten Handlungsbedarf, ein großer Teil des Kindergartenpersonals würde sich außerdem mehr Unterstützung durch Coachings und Supervision wünschen.

Auch bei der Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen müsste laut der Hälfte der Befragten schnell etwas unternommen werden, ebenso bei der Ausstattung (etwa IT-Technik, Arbeitsplätze für Verwaltungs- und Vorbereitungsarbeiten). Zusätzliche Mittel würden die meisten gerne in Unterstützung durch Sozialarbeit stecken.

Grundsätzlich sind Personal und Eltern in vielen Bereichen mit dem Kindergarten zufrieden. Das Klima in den Einrichtungen, die Ausstattung mit Spielsachen und den Umgang mit Kindern unterschiedlicher Herkunft schätzten etwa mehr als acht von zehn befragten Eltern als "gut" oder "sehr gut" ein, beim Personal sieht es ähnlich aus. Auch die Zufriedenheit mit der Qualität der pädagogischen Arbeit ist in beiden Gruppen hoch und im Vergleich zur letzten Erhebung von 2023 teilweise weiter gestiegen.

Zusammenfassung
  • Die Gewerkschaft GPA fordert angesichts der geplanten einheitlichen Kindergartenstandards mehr Tempo und eine ausreichende Finanzierung, um "Ausreden und Kompetenz-Wirrwarr" zu vermeiden.
  • Neben bundesweiten Standards werden von Gewerkschaften und der Industriellenvereinigung Verbesserungen wie ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel, mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung und zentrale Bedarfserhebungen gefordert.