APA - Austria Presse Agentur

Gewerkschaft für finanzielle Absicherung in Pflegeausbildung

28. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Mit einem überdimensionalen "Ping-Pong"-Spiel hat die Gewerkschaft am Montag vor dem Kanzleramt auf die "dramatische finanzielle Situation" von Auszubildenden im Gesundheits-und Sozialbereich hingewiesen. Ein riesiger Ball stand symbolisch für die Auszubildenden, der mit großen Schlägern (als Symbole für Bund und Länder) auf einem eigens angelegten Kunstrasenfeld ohne Ergebnis hin- und her gespielt wurde. Zentrale Forderung ist die finanzielle Absicherung der Auszubildenden.

"Hört auf mit der Existenz der Auszubildenden im Gesundheitsbereich Ping-Pong zu spielen", forderten die Jugendabteilungen der Gewerkschaften vida und die Daseinsgewerkschaft "younion" in einer gemeinsamen Aussendung anlässlich des Termins. Neben der generellen österreichweiten Attraktivierung des Gesundheits- und Sozialbereichs verlangten sie eine "sinnvolle und nachhaltige Ausbildungsreform".

Diese müsse auch finanzielle Aspekte zum Inhalt haben: Zukünftige Fachkräfte sollen für die Ausbildung nicht länger bezahlen müssen, sondern eine "ganzjährige finanzielle Aufwandsentschädigung" erhalten. Finanziert werden soll dies von Bund, Ländern sowie privat-kommerziellen Betrieben über einen noch einzurichtenden Ausbildungsfonds. "So könnte vielen Interessierten die Angst vor existenziellen Krisen während der Ausbildungszeit genommen werden", gaben sich vida und younion überzeugt.

"Viele Betroffene müssen sich ihre Ausbildung im Gesundheits- und Sozialbereich teilweise oder sogar komplett selbst finanzieren. Daher entscheiden sich viele Interessierte gegen eine Ausbildung in diesen Berufssparten", sagte der Vorsitzende des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida, Gerald Mjka. "Mit der Aktion am Wiener Ballhausplatz wurde veranschaulicht, dass der 'Ball der Verantwortung' hier seit Jahren vom Bund an die Länder und wieder retour gespielt wird", ergänzte der Vorsitzender der Hauptgruppe II - Wiener Gesundheitsverbund in der younion, Edgar Martin. Die Gewerkschafter wiesen darauf hin, dass in Österreichs Gesundheitseinrichtungen seit Jahren ein "spürbarer Personalmangel" herrsche. Bis ins Jahr 2030 werde es 75.000 zusätzliche Fachkräfte brauchen, betonten sie.

Quelle: Agenturen