Mangott: "Militärische Niederlage würde Putins Macht gefährden"

24. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Die Mehrheit der russischen Bevölkerung stehe hinter Wladimir Putin, meint Gerhard Mangott, Politikwissenschaftler an der Universität Innsbruck. Eine "katastrophale militärische Niederlage" könne jedoch die Macht Putins stark gefährden.

Die Stimmen gegen Putin, die in Russland immer lauter werden, seien kein Grund anzunehmen, dass der Widerstand gegen den russischen Präsidenten größer werde. "Die Proteste kommen von den Leuten, die schon von Anfang an gegen diesen Krieg waren, die schon vor einigen Jahren gegen die Rückkehr Putins ins Präsidentenamt waren", erklärt Politikwissenschaftler Mangott. Das sei eine kleine Minderheit der russischen Bevölkerung.

Diese nur manchmal lautstarke und kleine Minderheit schrecke vor Protesten zurück weil es ein hohes persönliches Risiko sei, auf die Straße zu gehen oder den Krieg zu kritisieren.

 

Russland: Gegenwind für Putin

Mehrheit der Bevölkerung für Putin

Die Mehrheit der Bevölkerung stehe hinter Wladimir Putin. Eine Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum hat ergeben, dass 80 Prozent der Bevölkerung die Amtsführung von Putin unterstützt. Man müsse jedoch beachten, dass diese Umfrage in einem repressiven Land durchgeführt wurde. Daher sollte man mit der Interpretation vorsichtig sein, sagt Mangott.

"Ein Versagen würde nicht geduldet werden"

Was jedoch Putins Macht gefährden würde, wäre eine "katastrophale militärische Niederlage". Sollte Russland zum Beispiel die eroberten Gebiete im Donbass und im Süden der Ukraine verlieren oder es den ukrainischen Truppen gelingen auf die Krim vorzustoßen und sie dem russischen Militär zu entreißen, dann wäre das eine Niederlage Putins, die nicht unbemerkt bliebe.

Vor allem im politischen und militärischen Umfeld sowie bei der Geheimdienst-Elite hätte das starke Auswirkungen. "Ein solches Versagen würde wohl nicht geduldet, ein solcher Präsident würde wohl nicht im Amt bleiben", so Mangott. Die Frage sei aber, wer Putin nachfolgen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich beim nächsten Präsidenten um eine Person handeln würde, die eine westfreundlichere Politik betreiben würde, schätzt der Politikwissenschaftler als sehr gering ein. 

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj