Karner: "Massengräber dieser Größenordnung" ungewöhnlich

16. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Militärexperte Gerald Karner geht davon aus, dass sich in weiteren von der Ukraine befreiten Gebieten Hinweise auf Kriegsverbrechen finden werden.

Nachdem die russischen Truppen sich zurückgezogen haben, wurde laut Wolodymyr Selenskyj in der ostukrainischen Stadt Isjum ein Massengrab gefunden. Es soll sich um mindestens 440 Leichen handeln.

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Der Militärexperte Gerald Karner erklärt im PULS 24 Interview, dass Massengräber dieser Größenordnung auch in einer Kriegssituation "nichts Gewöhnliches" seien. Die forensischen Untersuchungen seien zwar noch abzuwarten, aber es handle sich bei den Toten mit hoher Wahrscheinlichkeit um Zivilist:innen. 

Es sei wahrscheinlich, dass Bilder von Massengräbern wie in Isjum noch häufiger zum Vorschein kommen würden. Es sei das "Muster der sogenannten militärischen Spezialoperation", Gegenden von Russland-kritischen Bewohner:innen zu säubern, so Karner. Er rechne damit, dass auch in anderen befreiten Gebieten Spuren von Kriegsverbrechen zu finden sein würden.

Ukrainische Armee regeneriert sich

Die ukrainische Armee würde laut Karner derzeit versuchen, sich von den Strapazen der letzten Offensive zu erholen. Die Truppen müssten mit Nachschub an Munition und Treibstoff versorgt werden. Gleichzeitig würden die ukrainischen Streitkräfte Druck auf Russland aufbauen und dadurch deren nachhaltigen Aufbau einer Verteidigungslinie stören. 

Um auch zukünftig gegen die russischen Truppen zu bestehen, will die Ukraine weitere westliche Waffenlieferungen. Insbesondere Deutschland tue sich laut Karner aber schwer, Kampfpanzer zu liefern. Die politischen Vorbehalte seien zu groß. 

Magdalena BergerQuelle: Redaktion / mbe