Karner: Erstürmung von Asovstal-Werk "fast Ding der Unmöglichkeit"

10. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner erklärt, warum es den Russen kaum gelingen werde, das heiß umkämpfte Asovstal-Werk in Mariupol einzunehmen. Außerdem sei der mutmaßliche Einsatz von russischen Hyperschallraketen eine "neue Form der nuklearen Bedrohung".

Die Evakuierung des Stahlwerks in Mariupol konnte offenbar doch nicht vollständig abgeschlossen werden. 100 Zivilpersonen harren noch am Gelände aus. Gleichzeitig haben sich die Angriffe der russischen Truppen verschärft, "man greift mit allem an, was man zur Verfügung hat", erklärt Militärexperte Gerald Karner den nun schon seit Wochen dauernden Angriff auf das Unternehmen in der großteils zerstörten Hafenstadt. 

Das Stahlwerk bestehe aus verwinkelten Räumen unter der Erde. Diese müssten die Angreifer Raum für Raum einnehmen. Ein Erstürmen eines derartig unterirdisch verteidigtes Unternehmens sei laut Karner "fast ein Ding der Unmöglichkeit". Die Ukrainer müssten sich schon verteidigen, weil ihnen etwa die Munition ausgeht. 

Am Montagabend griff die russische Luftwaffe laut dem ukrainischen Militär mit mehreren Hyperschallraketen vom Typ Kinschal Odessa an, mindestens fünf Gebäude sollen dabei zerstört worden sein. Diese Art von Raketen könne vom Land, aus der Luft und vom Wasser aus abgefeuert werden, erklärt der PULS 24 Experte. Man könne sie sowohl mit konventionelle als auch mit nuklearen Sprengköpfen bestücken, dadurch stelle sie eine "neue Form der nuklearen Bedrohung" dar. 

Verschleppung im großen Stil

Sowohl die USA als auch die Ukraine berichten über Verschleppungen von Bürgern der Ostukraine nach Russland. Das sei bestätigt, bekräftigt Karner. Nicht gesichert sei jedoch die Zahl der Verschleppten, die die Ukraine angibt. Gesprochen wird von über eine Million Bürger, darunter 200.000 Kinder. Sie sollen in teilweise sehr entlegene Gebiete Russlands gebracht worden sein, um dort in Lagern umerzogen zu werden. 

Der Hintergrund sei, dass Russland versuche, eine russischstämmige Mehrheit in der Ostukraine zu schaffen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam