APA - Austria Presse Agentur

Gates: G-20 sollen Geld für Impfstoff-Entwicklung geben

12. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Bill Gates hat die G-20-Staaten aufgerufen, mehr Geld für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus bereitzustellen. Die G-20 sollten mit einem "wirksamen finanziellen Engagement nicht länger zögern", schrieb der Microsoft-Gründer und Co-Vorsitzende der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag".

Bill Gates hat die G-20-Staaten aufgerufen, mehr Geld für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus bereitzustellen. Die G-20 sollten mit einem "wirksamen finanziellen Engagement nicht länger zögern", schrieb der Microsoft-Gründer und Co-Vorsitzende der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag".

Die internationale Impfstoff-Allianz CEPI ("Coalition for Epidemic Preparedness Innovations") sei bereits dabei, mindestens acht mögliche Impfstoffe zu entwickeln. Wissenschafter gingen davon aus, dass in 18 Monaten mindestens einer von ihnen anwendungsbereit sein werde. "Nur mit einer entsprechenden finanziellen Förderung kann dieser enge Zeitplan eingehalten werden."

Viele Länder hätten CEPI in den vergangenen zwei Wochen Unterstützung zukommen lassen, "doch benötigt die Koalition für ihre Arbeit mindestens zwei Milliarden Dollar", so Gates. Die Gates-Stiftung hatte CEPI gemeinsam mit der Wellcome-Stiftung und mehreren Regierungen gegründet.

Gates machte deutlich, die Entwicklung eines Impfstoffs sei nur der erste Schritt - weitere Ressourcen und zusätzliche Planung seien für dessen Herstellung und Verbreitung nötig. Eine Covid-19-Schutzimpfung müsse als "globales öffentliches Gut" eingestuft werden und daher für alle bezahlbar und zugänglich sein. "Um diese Ziele zu erreichen, sollten sich die G-20 bereits jetzt mit der Logistik eines globalen Immunisierungsprojekts auseinandersetzen". Der G-20 gehören die Europäische Union und 19 führende Industrie- und Schwellenländer an.

Gates warnte zudem vor einem "Bieterwettkampf" zwischen Staaten etwa um Schutzmasken - dann würden dieser Krankheit "viel mehr Menschen zum Opfer fallen als nötig". "Wie wir die Ressourcen verteilen, muss sich an den Bedürfnissen des öffentlichen Gesundheitssystems und der medizinischen Dringlichkeit ausrichten." Er schlug dazu vor, dass Entwicklungs- und Industrieländer gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Leitlinien entwickeln.

Quelle: Agenturen