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Frankreich ruft zu NATO-Übung auf Grönland auf

Heute, 07:33 · Lesedauer 2 min

Frankreich schlägt inmitten des Streits um Grönland eine NATO-Übung auf der Arktis-Insel vor. Frankreich sei bereit, "dazu beizutragen", teilte der Elysée-Palast am Mittwoch mit. Grönland gehört als autonomes Gebiet zum NATO-Mitgliedsstaat Dänemark. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet.

Meist war von einem Kauf des Gebiets die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus. Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt, indem er Strafzölle für Frankreich, Deutschland und weitere europäische NATO-Länder androhte, sollten sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen.

Da Dänemark wie die USA der NATO angehört, droht der Konflikt um Grönland das Verteidigungsbündnis zu spalten. Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte auf Einladung Dänemarks kürzlich eine Erkundungsmission mehrerer NATO-Länder in Grönland stattgefunden, an der sich auch die deutsche Bundeswehr mit 15 Soldatinnen und Soldaten beteiligte. Alle beteiligten Länder sind nun von Trumps Zolldrohung betroffen.

Trump soll am Mittwoch bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in der Schweiz auftreten. Seine Rede in Davos wird angesichts des Konflikts um Grönland mit Spannung erwartet. Am Rande der Veranstaltung will sich Trump mit mehreren Staats- und Regierungschefs treffen.

Zusammenfassung
  • Frankreich schlägt angesichts des Streits um Grönland eine NATO-Übung auf der Arktis-Insel vor und erklärt seine Bereitschaft, dazu beizutragen.
  • US-Präsident Donald Trump erhebt Besitzansprüche auf Grönland, schließt militärische Gewalt nicht aus und droht europäischen NATO-Ländern wie Frankreich und Deutschland mit Strafzöllen, falls sie einer US-Übernahme nicht zustimmen.
  • An einer kürzlichen Erkundungsmission in Grönland nahmen mehrere NATO-Länder teil, darunter 15 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, und alle beteiligten Staaten sind nun von den Zolldrohungen betroffen.