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FPÖ attackiert ORF-Redakteurin

13. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Mediensprecher Christian Hafenecker ortete hier Regierungspropaganda. ORF-TV-Chefredakteur Matthias Schrom-Kux wies dies entschieden zurück.

Die FPÖ nimmt wieder einmal den ORF ins Visier. Anlass war diesmal eine Frage von Redakteurin Simone Stribl an Innenminister Gerald Karner (ÖVP) zu Polizisten als Teilnehmer an Corona-Demonstrationen. Mediensprecher Christian Hafenecker ortete hier Regierungspropaganda. ORF-TV-Chefredakteur Matthias Schrom-Kux wies dies entschieden zurück.

Stribl sei eine "erfahrene, unabhängige und preisgekrönte" Innenpolitik-Journalistin. Dass sie für die Ausübung ihres Berufes von einer Partei angegriffen werde, zeuge von einem bemerkenswerten Verständnis von Journalismus: "Gerade in Zeiten vieler Falschinformationen und Fake News ist faktenbasierte Information ein sehr wertvolles Gut, weshalb sich die ORF-Information höchster Publikumszufriedenheit erfreut." Schrom weist den Versuch, ORF-Journalisten vorzugeben, welche Frage sie zu stellen haben und welche nicht, "entschieden zurück".

"Einschüchterung"

Auch der ORF-Redakteursrat wandte sich in einer Aussendung gegen die "Einschüchterung" durch die FPÖ: "Vorwürfe wie 'Regierungshörigkeit' sind absurd und werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Mit der Forderung nach disziplinären Konsequenzen für eine untadelige Journalistin hat der FPÖ-Abgeordnete selbst eine rote Linie überschritten", hieß es in der Aussendung.

Hafenecker hatte sich davor vom neuen ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ein klärendes Gespräch mit der Redakteurin und "eine öffentliche Entschuldigung für die Verunglimpfung der hunderttausenden Demo-Teilnehmer durch den ORF" gewünscht.

Quelle: Agenturen / moe