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Fast die Hälfte aller illegalen Einreisen in die EU über Westbalkan

12. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

In den ersten elf Monaten 2022 sind nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex nach vorläufigen Berechnungen über 308.000 irreguläre Einreisen an den Außengrenzen der Europäischen Union festgestellt worden.

Dies entspreche einem Anstieg von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und sei der höchste Wert seit 2016, gab Frontex am Montag bekannt. Seit Jahresbeginn seien 45 Prozent aller festgestellten irregulären Einreisen in die EU über die Westbalkanroute erfolgt.

Im November verzeichneten die EU-Staaten rund 27.000 irreguläre Grenzübertritte, 15 Prozent mehr als im gleichen Monat 2021. Der westliche Balkan sei nach wie vor die aktivste Migrationsroute in die EU mit mehr als 14.105 Entdeckungen im November, doppelt so viele wie vor einem Jahr, hieß es in der Frontex-Mitteilung weiters. Dies sei die höchste Zahl an entdeckten irregulären Grenzübertritten seit dem Höhepunkt der Migrationskrise im Jahr 2015.

Über das zentrale Mittelmeer die zweitaktivste Migrationsroute

Der anhaltende Migrationsdruck auf der Westbalkanroute sei auf wiederholte Grenzübertrittsversuche von Migranten, die sich bereits in der Region aufhalten, sowie auf die Tatsache zurückzuführen, dass einige Migranten den visumfreien Zugang zur Region missbrauchen, um sich den EU-Außengrenzen zu nähern. Ende November hat Serbien seine Visaregelung eingeschränkt, was die Zahl der illegalen Grenzübertritte verringern soll. Rund 500 Frontex-Mitarbeiter sind zur Unterstützung der Westbalkan-Länder dort im Einsatz. Insgesamt stellt die EU-Grenzschutzagentur derzeit mehr als 2.100 Offiziere der ständigen Reserve und verschiedene Ausrüstung für gemeinsame Operationen bereit.

Die zweitaktivste Migrationsroute in die EU ist laut Frontex das zentrale Mittelmeer. Hier sei die Zahl der aufgedeckten irregulären Grenzübertritte seit Jahresbeginn im Vergleich zu 2021 um 49 Prozent auf fast 94.000 gestiegen. Die östliche Mittelmeerroute habe bis Ende November einen Anstieg von 116 Prozent mit fast 40.000 Entdeckungen zu verzeichnen gehabt.

Im Ärmelkanal seien in den ersten elf Monaten 68.000 irreguläre Migranten entdeckt worden, was einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Es werde erwartet, dass der Migrationsdruck hoch bleibe und bei günstigen Wetterbedingungen am stärksten sein werde, so die EU-Grenzschutzagentur.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz