Screenshot/Twitter/Michael Ludwig

Falscher Klitschko: Russische Komiker bekennen sich zu Ludwig-Anruf

29. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Gegenüber dem ARD-Magazin "Kontraste" behauptet ein Comedy-Duo aus Russland, hinter den Videoanrufen bei europäischen Bürgermeistern – auch bei Michael Ludwig – zu stecken.

Michael Ludwig (Wien), Franziska Giffey (Berlin) oder Rafal Trzaskowski (Warschau): In den letzten Wochen telefonierten zahlreiche europäische Bürgermeister mit einem "falschen" Vitali Klitschko. Hinter den teils längeren Gesprächen soll nach eigenen Angaben das Comedy-Duo Vladimir Krasnov und Alexei Stolyarov, die in Russland unter ihren Künstlernamen "Vovan" und "Lexus" bekannt sind, stecken. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin "Kontraste" erklärte Stolyarov: "Ich will nicht verraten, wie wir es angestellt haben, aber es war leicht." Ein Deepfake soll es nicht gewesen sein, sagt er weiter. Wie er den falschen Klitschko erschaffen hatte, wollte er wiederum nicht erklären.

Derzeit kann die Behauptung von Stolyarov nicht über eine zweite Quelle verifiziert werden. Allerdings habe das Duo schon zahlreiche Prominente und Politiker mit vergleichbaren Anrufen hinters Licht geführt. Am Montag machte sich Stolyarov auf Twitter über den Wiener Bürgermeister Ludwig lustig.  

Die angeblich kommende Internetsendung mit den Bürgermeistern drehe sich um Geflüchtete aus der Ukraine, erklärte Stolyarov. Über dieses Thema redeten Ludwig und auch Giffey mit dem falschen Klitschko. Ab Donnerstag sollen Videoclips online gestellt werden. 

Politisch motiviert?

"Es ist lustig, dass man uns vorwirft, wir würden für Geheimdienste arbeiten", sagt Stolyarov gegenüber "Kontraste" und verneint eine politische Motivation. Vermehrt richten sich die Aktionen des Duos aber gegen Personen, die Russland kritisieren. Unter anderem auch "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling. Diese hatte Putin beschuldigt, Zivilisten abzuschlachten. Rowling applaudierte Großmüttern, die T-Shirts mit "Nur Putin"-Aufdruck trugen – eingefädelt von dem Duo. Stolyarov bestreitet, dass es sich dabei um eine politische Botschaft gehandelt habe. "Das war bloß ein lustiges Meme."

Quelle: Redaktion / moe