APA - Austria Presse Agentur

Falschaussage-Verdacht: Neue Chats belasten Kurz

11. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Schon im August 2018 soll Sebastian Kurz mit Thomas Schmid über Personen gesprochen haben, die der ÖBAG vorstehen könnten. Das geht aus neuen Chats hervor.

Dass gegen ÖVP-Chef Sebastian Kurz der Verdacht der Falschaussage vor dem U-Ausschuss besteht, ist schon länger bekannt. Durch neu aufgetauchte Chats, die zu Hausdurchsuchungen, weiteren Ermittlungen und zu seinem Rücktritt als Kanzler führten, wird nun auch diese Causa wieder brisanter, wie "Standard.at" berichtet. 

Kurz hatte bekanntlich vor dem U-Ausschuss gesagt, zwar von Gesprächen über mögliche Aufsichtsräte für die ÖBAG im Finanzministerium und im Nominierungskomitee gewusst, aber selbst nicht entschieden oder die Personen ausgesucht zu haben. In der Einvernahme wurde der Kanzler vom Richter auch gefragt, wie wichtig "den Leuten Ihre Meinung betreffend die Aufsichtsratsfrage in der ÖBAG" gewesen sei. Kurz erwiderte, dass er es nicht wisse und sich nicht mehr an Details erinnern könne.

 

Neue Chats legen nun aber nahe, dass Kurz schon 2018 mit Thomas Schmid über potenzielle Aufsichtsräte geschrieben haben: Im August 2018 sollen der ehemalige Kanzler und der spätere ÖBAG-Chef Thomas Schmid, der damals Generalsekretär im Finanzministerium war, über Personen gechattet haben, die den ÖBAG-Chefposten übernehmen könnten, wie der "Standard" berichtet.

"Würde Koren überhaupt wollen?", fragte Kurz über Banker Stephan Koren und wollte auch wissen, ob er denn "dann auch hält". Auch Christina Catasta brachte Kurz laut den Chats mit den Worten "Oder diese PWC Frau?" ins Gespräch. Schmid antwortete darauf: "Ja die halten sicherlich beide. Da verbürge ich mich persönlich." 

Kurz bestreitet den Vorwurf der Falschaussage vehement, es gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: Redaktion / lam