APA - Austria Presse Agentur

Extraförderstunden kommen im Herbst wieder - aber abgespeckt

29. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Im nächsten Schuljahr wird es erneut Zusatzförderstunden geben, um durch die Coronapandemie entstandene Leistungsdefizite abzufangen - jedoch weniger als bisher.

Zuletzt gab es im Schnitt zwei Extraförderstunden pro Klasse. Im Schuljahr 2021/22 sind vom Bildungsministerium in 9. Schulstufen und Abschlussklassen 1,5 Wochenstunden pro Klasse vorgesehen. Die geplanten zwei Extrastunden an Volksschulen und 1,5 Stunden in übrigen Klassen sind vorerst im Wintersemester fix.

Faßmann verspricht Weiterführung

Aufgrund der anhaltenden Ausnahmesituation werde man die Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit Lernrückständen im kommenden Wintersemester fortführen, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). "Und wir werden auch darauf achten, dass es auch im darauffolgenden Sommersemester entsprechende Förderangebote geben wird", kündigte er Pläne für eine Weiterführung an. "Die Verlängerung ist notwendig, weil gerade in der Primarstufe über Distance-Learning oft nicht der gewünschte Lernerfolg erzielt werden konnte."

Fast 128 Millionen Euro

Insgesamt sollen nach aktuellem Stand im nächsten Schuljahr 127,9 Millionen in die zusätzlichen Förderstunden fließen. Rund 18,7 Mio. Euro kommen aus dem REACT-Fonds der EU, durch den Benachteiligungen und Bildungsdefizite durch die Coronapandemie verhindert werden sollen. Sie sind für die schon jetzt über das gesamte Schuljahr fixierten Fördermaßnahmen in den 9. Schulstufen und Abschlussklassen reserviert. Die übrigen Mittel - knapp 109,3 Mio. Euro - entfallen auf die Förderungen aller übrigen Klassen während des Wintersemesters 2021, wobei hier der Schwerpunkt wie schon bisher auf Standorten mit besonders vielen Schülern mit Förderbedarf liegen soll.

Durch den Wechsel von Präsenzunterricht, Schichtbetrieb und Distance Learning waren Schülerinnen und Schüler - vor allem jene mit geringen Deutschkenntnissen - im vergangenen Schuljahr besonders gefordert. 

An manchen Schulen gar keine Förderung

In der Praxis wurden nach Angaben des Bildungsministeriums zwischen 0,5 und vier Wochenstunden Förderunterricht je Klasse abgehalten, an einzelnen Schulen aber auch gar keine. Inhaltlicher Schwerpunkt der Fördermaßnahmen war die Unterrichtssprache Deutsch, an Volksschulen sind 50 Prozent und an den Mittelschulen 40 Prozent der Mittel in Deutschförderung geflossen.

Neben den zusätzlichen Förderstunden will das Ministerium noch weitere im vergangenen Schuljahr gestartete Angebote weiterführen: So wird das kostenlose Lernhilfeangebot auf dem Portal weiterlernen.at im Rahmen von REACT ausgebaut und bis Ende 2022 verlängert. Insgesamt sollen über diese Schiene mindestens 19.000 Schülerinnen und Schüler, die Lernrückstände bzw. Probleme beim Lernen haben, betreut werden. Auch das im April gestartete Videodolmetsch-Angebot soll im Rahmen von REACT bis 2022 weiterlaufen. Das Angebot soll verhindern, dass es in Kindergärten, Volks- und Mittelschulen bei heiklen Themen wie Förderung, Entwicklung oder Bildungslaufbahn wegen Sprachbarrieren oder aus kulturellen Gründen zu Missverständnissen kommt.

Quelle: Agenturen