APA - Austria Presse Agentur

Eva-Maria Holzleitner neue SPÖ-Frauenchefin

25. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Die oberösterreichische Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Holzleitner (28) ist neue Frauenvorsitzende der SPÖ.

Bei der Bundesfrauenkonferenz der Partei am Freitag setzte sie sich in einer Stichwahl mit 55,21 Prozent (196 der 355 gültigen Delegiertenstimmen) gegen die Wiener Gemeinderätin Mireille Ngosso durch. In der ersten Runde war die niederösterreichische Frauenchefin Elvira Schmidt ausgeschieden.

Holzleitner, die das Amt nun für die kommenden drei Jahre innehat, war die Favoritin der bisherigen Frauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek. Auf interne Zerwürfnisse deutete hin, dass es zwei Gegenkandidatinnen gab - mit Schmidt sogar eine aus Heinisch-Hoseks Heimatbundesland, die sich letztlich aber nicht durchsetzen konnten.

"Auf eine feministische Zukunft"

Holzleitner zeigte sich über das Vertrauen "überwältigt und auch total gerührt". Sie dankte Heinisch Hosek, die alles "mit Kraft und Eleganz gemeistert" habe, "es war auch für dich in den letzten Wochen und Monaten nicht einfach". Sie freue sich auf die gemeinsame Arbeit mit den SPÖ-Frauen und grüßte mit: "Freundinnenschaft, und auf eine feministische Zukunft!"

Im ersten Wahlgang hatte keine der Kandidatinnen die notwendige Hürde von 50 Prozent Zustimmung genommen. Schmidt bekam mit 24,12 Prozent die wenigsten Stimmen und schied aus. Ngosso reihte sich mit 30.35 Prozent als zweite ein, Holzleitner lag mit 45,53 Prozent vorne. Im zweiten Durchgang kam Ngosso dann auf achtbare 44,79 Prozent, nahm die Niederlage sportlich und gratulierte der neuen Vorsitzenden sofort mit einer herzlichen Umarmung.

Zu Beginn der Frauenkonferenz Freitagvormittag hatte sich Heinisch-Hosek als Vorsitzende der SPÖ-Frauen verabschiedet. Angesichts der Fülle an Nachfolgekandidatinnen zeigte sie sich für eine gute Entscheidung zuversichtlich und rief dazu auf, nach der Wahl geeint die Konferenz zu verlassen und Gruppenbildungen hintanzustellen.

"Jeder Stillstand ist ein Rückschritt"

Heinisch-Hosek stand zwölf Jahre lang den SPÖ-Frauen vor. "Es war mir wirklich eine riesengroße Freude, selten kein Vergnügen und wirklich eine ganz große Ehre", unterstrich sie in ihrer Abschiedsrede, gestand aber auch ein, dass sie mit der ÖVP als Koalitionspartner viele Kompromisse akzeptieren musste. Ihre Nachfolgerinnengeneration habe viel Arbeit vor sich, denn jeder Stillstand sei auch ein Rückschritt. Die SPÖ-Frauen seien "die wichtigste Säule in dieser Partei", und die neue Vorsitzende Ideengeberin für den "riesigen verlässlichen Tanker SPÖ".

Vor Heinisch-Hoseks Rede war die Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner am Wort. "Auf uns, liebe Freundinnen, können sich die Frauen in Österreich verlassen", betonte sie. Bei keiner der anderen Parteien, auch nicht bei den Grünen, sei dies der Fall. Sie lobte Heinisch-Hosek für ihren Einsatz und gesetzte Meilensteine, darunter die Frauenquote in staatsnahen Betrieben und den Universitäten oder den Papamonat.

Dass ungewöhnlicherweise drei Frauen kandidierten, "das zeichnet uns aus", betonte Rendi-Wagner am Vortag des SPÖ-Bundesparteitags, denn es zeige, dass viele in der Frauenorganisation zum Übernehmen von Verantwortung bereit seien. "Für Spannung ist gesorgt, und ich bin froh. Ich liebe Spannung, wirklich." Nach der Wahl reagierte Rendi-Wagner umgehend per Aussendung. "Ich gratuliere dir zur Wahl als neue SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende. Die Herausforderungen, die vor uns liegen, sind groß. Gemeinsam packen wir das an. Gerade jetzt braucht es eine starke SPÖ-Frauenorganisation."

Quelle: Agenturen