APA - Austria Presse Agentur

EU und UNO besorgt über Unruhen in Mali

13. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Vertreter von EU, UNO, Afrikanischer Union (AU) sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) in Mali haben sich besorgt über die Lage in dem Land gezeigt. In einer am Sonntagabend veröffentlichten gemeinsamen Erklärung verurteilten sie "alle Formen von Gewalt als Mittel zur Lösung der Krise". Die Beteiligten an den Unruhen in der Hauptstadt Bamako riefen sie zur Zurückhaltung auf.

In Bamako hatte es in den vergangenen Tagen Massenproteste gegen Präsident Ibrahim Boubacar Keita gegeben. Dabei kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen. Die Sicherheitskräfte gingen hart gegen die Demonstranten vor und setzten auch scharfe Munition ein.

Nach Angaben von Ärzten wurden im Großraum Bamako seit Freitag elf Menschen getötet und mehr als 120 weitere verletzt. Mehrere bekannte Oppositionelle wurden festgenommen.

Die vier internationalen Organisationen verurteilten die Anwendung tödlicher Gewalt durch die Sicherheitskräfte. Die Festnahmen von Anführern der Proteste kritisierten sie als Hindernis für den Dialog.

Der 75-jährige Keita gerät zunehmend unter Druck, weil es ihm nicht gelungen ist, einen seit 2012 andauernden jihadistischen Aufstand im Norden des Landes unter Kontrolle zu bringen. Die Gewalt hat sich inzwischen auch ins Zentrum des Landes ausgedehnt.

Tausende Soldaten und Zivilisten wurden getötet, Hunderttausende Menschen sind geflohen. Verschleppte politische Reformen, eine schwächelnde Wirtschaft und die weitverbreitete Annahme, die Regierung sei korrupt, haben die Stimmung gegenüber Keita weiter verschlechtert.

Keita kam am Samstag einer Forderung der Opposition nach und löste das Verfassungsgericht auf. Die Richter hatten nach der Parlamentswahl im März die Wahl von 30 Abgeordneten zugunsten von Keitas Partei annulliert.

Quelle: Agenturen