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EU-Ratspräsident sagt in Kiew weitere Militärhilfe zu

20. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Europäische Union hat der Ukraine bisher 1,5 Milliarden Euro an Militärhilfe zukommen lassen. Darauf verwies EU-Ratspräsident Charles Michel in Kiew.

Heute in Kiew", schrieb der Belgier am Mittwochmorgen auf Twitter. "Im Herz eines freien und demokratischen Europas." Michel stattete dem zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka einen Besuch ab und soll auch Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen.

Michel fuhr gemeinsam mit der ukrainischen Vize-Premierministerin Olha Stefanischyna nach Borodjanka. "Die Geschichte wird nicht die Kriegsverbrechen vergessen, die hier begangen wurden", schrieb Michel in einem weiteren Tweet mit Fotos, auf denen er neben zerbombten Gebäuden zu sehen ist.

Das rund 30 km vom Kiewer Zentrum liegende Städtchen war von den russischen Streitkräften durch Beschuss weitgehend zerstört worden, zahlreiche Zivilisten starben. Präsident Selenskyj meinte nach dem Ende März erfolgten Abzug der russischen Truppen, die Gräueltaten in Borodjanka seien "noch schrecklicher" gewesen als jene im nahe gelegenen Butscha. Dort waren offenbar zahlreiche Zivilisten von den Russen erschossen und ihre Leichen auf der Straße liegengelassen worden.

Mehrere Staatschefs in Kiew

Im Laufe des Tages wollte Michel auch Selenskyj treffen, wie es aus EU-Kreisen hieß. Weitere Details zum Programm des Ratschefs wurden aus Sicherheitsgründen zunächst nicht genannt.

Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine am 24. Februar haben bereits mehrere Staats- und Regierungschefs Selenskyj in Kiew besucht, darunter auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell waren vor rund eineinhalb Wochen nach Kiew gereist, um der Ukraine die Unterstützung der Europäischen Union im Kampf gegen die russische Invasion zu bekräftigen.

Geberkonferenz im Mai

Eine internationale Geberkonferenz am 5. Mai soll Geld für die vom Krieg schwer getroffene Ukraine sammeln. Die Konferenz werde der Start des kürzlich beschlossenen Solidaritätsfonds für das Land sein, sagte EU-Ratschef Charles Michel am Mittwoch bei einem Besuch in Kiew. Man arbeite zudem eng mit Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank zusammen, um Geld zu mobilisieren, damit die Ukraine kurz- und langfristig Sozialleistungen zahlen könne.

Quelle: Redaktion / koa