APA - Austria Presse Agentur

EU-Kommissionschefin drängt USA zum Bleiben in der WHO

30. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, den angekündigten Bruch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu überdenken. Im Kampf gegen das Coronavirus helfe nur globale Zusammenarbeit und Solidarität, erklärte von der Leyen am Samstag gemeinsam mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Die WHO äußerte sich zunächst nicht.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, den angekündigten Bruch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu überdenken. Im Kampf gegen das Coronavirus helfe nur globale Zusammenarbeit und Solidarität, erklärte von der Leyen am Samstag gemeinsam mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell. Die WHO äußerte sich zunächst nicht.

Ein erst vergangene Woche verkündetes 30-tägiges Ultimatum wartete Trump nicht ab. "Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) im Weißen Haus. Die amerikanischen Beiträge würden künftig in andere globale Gesundheitsprojekte gesteckt.

Trump warf der WHO erneut vor, von China ungebührlich beeinflusst zu werden, obwohl die USA ein Vielfaches der Beiträge Chinas bezahlten. Die WHO habe Chinas Angaben zu dem Coronavirus zu lange vertraut. Das hatte Trump auch Anfang vergangener Woche in einem Brief an WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus geschrieben. Darin verlangte er, die Organisation müsse sich innerhalb von 30 Tagen ändern. Was er sich konkret darunter vorstellte, sagte er nicht. Jetzt sagte Trump, die UN-Sonderorganisation habe sich notwendigen Reformen verschlossen.

Der US-Präsident beschuldigte die chinesische Regierung erneut, die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Das habe zu der Corona-Pandemie geführt, die inzwischen mehr als 100.000 Menschen in den USA das Leben gekostet hat.

Der US-Präsident hatte die WHO-Beiträge bereits im April eingefroren und damit international Kritik auf sich gezogen. Er bezeichnete die in Genf ansässige UN-Sonderorganisation als "Marionette" Chinas.

In der Coronakrise ist der US-Präsident selbst schwer unter Druck geraten. Der Republikaner hatte die Gefahr des Coronavirus öffentlich lange heruntergespielt. Ein Vorwurf, den er gegen die WHO erhebt, wird auch gegen ihn gerichtet: China Ende Jänner noch für die Transparenz im Zusammenhang mit dem Ausbruch gelobt zu haben.

In einem Tweet vom 24. Jänner hatte Trump geschrieben: "China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten wissen ihre Anstrengungen und Transparenz zu schätzen." Inzwischen wirft Trump China einen Mangel an Transparenz vor.

Quelle: Agenturen