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EU-Gipfel fordert Stopp von Angriffen auf Energieanlagen

Heute, 22:12 · Lesedauer 2 min

Der EU-Gipfel in Brüssel hat ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und Wasserversorgungsanlagen im Iran-Krieg gefordert. Der Gipfel verurteilte am Donnerstagabend "die wahllosen Militärschläge des Iran gegen Länder in der Region und bekundet seine Solidarität mit den betroffenen Ländern". Er forderte den Iran auf, diese Angriffe unverzüglich einzustellen und die Souveränität und territoriale Integrität der Länder in der Region zu achten.

Der EU-Gipfel beriet auch über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die steigenden Energiepreise. Beim Handel mit den EU-Emissionshandelszertifikaten (ETS) werde es temporäre Ausnahmen geben, kündigte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nach Ende des Gipfels an. Dies werde dazu führen, dass der Gaspreis sinke, was ein wichtiges Signal sei. Die Evaluierung zum ETS solle vorgezogen werden.

Es sei vorgesehen, dass entsprechende Beschlüsse schon im Juni gefasst werden, so Stocker. Er sei zuversichtlich, dass man dann mit Gratiszertifikaten Fortschritte machen könne, so der Kanzler. Bis Ende des Jahres soll es auch eine Lösung zu der von Österreich vorangetriebenen Abschaffung der Lieferbeschränkungen im Einzelhandel geben, dem sogenannten "Österreich-Aufschlag" bei vielen Markenprodukten, so Stocker weiter.

Der Iran-Konflikt habe zwar bisher nicht zu unmittelbaren Migrationsströmen in Richtung der Europäischen Union geführt, heißt es in der Gipfelerklärung. Es sei jedoch wichtig, "höchste Wachsamkeit walten zu lassen und die erforderliche Bereitschaft sicherzustellen". Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Migrationskrise von 2015 und um eine ähnliche Situation zu vermeiden, sei die EU bereit, ihre diplomatischen, rechtlichen, operativen und finanziellen Instrumente in vollem Umfang zu mobilisieren, um unkontrollierte Migrationsbewegungen in die EU zu verhindern und die Sicherheit in Europa zu wahren.

Es sei bei einer Sitzung einzelner Staaten zur Migration auch über eine mögliche Aktivierung eines Notfallmechanismus gesprochen worden, sagte der Kanzler. Dieser Mechanismus soll im Falle großer Migrationsbewegungen als "Notbremse" fungieren. Damit alleine wäre es aber nicht getan, sagte Stocker. "Zum einen brauchen wir eine robuste Außengrenze, zum anderen muss in den Herkunfts- und Transitländern dafür vorgesorgt werden, dass sich möglichst wenige auf den Weg machen."

Zusammenfassung
  • Der EU-Gipfel in Brüssel fordert ein sofortiges Moratorium für Angriffe auf Energie- und Wasserversorgungsanlagen im Iran-Krieg und verurteilt die Militärschläge des Iran gegen Nachbarländer.
  • Beim Handel mit EU-Emissionshandelszertifikaten (ETS) werden temporäre Ausnahmen eingeführt, um den Gaspreis zu senken, wobei die entsprechenden Beschlüsse bereits im Juni erwartet werden.
  • Obwohl es bisher keine Migrationsströme aus dem Iran-Konflikt in die EU gibt, will die EU höchste Wachsamkeit zeigen und bereitet einen Notfallmechanismus für den Fall großer Migrationsbewegungen vor.