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EU-Außenbeauftragter erwartet fünf Millionen Ukraine-Flüchtlinge

07. März 2022 · Lesedauer 2 min

Europa muss sich nach Einschätzung des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell auf fünf Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine einstellen.

Europa müsse alle Ressourcen mobilisieren, um die Menschen aufzunehmen, sagte Borrell am Montag bei einem informellen Treffen der europäischen Entwicklungsminister im französischen Montpellier. In Polen sind nach Angaben des dortigen Grenzschutzes indes bereits über eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen.

Mehr Geld, mehr Lebensmittel, mehr Aufnahmen

Alle Nachbarländer der Ukraine müssten Hilfe bekommen, forderte Borrell. Dabei gehe es nicht nur um humanitäre Hilfe. "Mehr Geld, mehr Aufnahmekapazitäten, mehr Lebensmittelhilfen", sein laut Borrell nötig. Die Entwicklungsminister wollten außerdem darüber beraten, wie sie die politische Dimension der Unterstützung stärken können.

Allein am Sonntag hätten 142.300 Menschen die Grenze nach Polen passiert, teilte die Behörde am Montag per Twitter mit. Dies war der höchste Wert innerhalb eines Tages seit Kriegsbeginn. Etwa 90 Prozent der Geflüchteten seien ukrainischen Staatsbürger, die übrigen seien Staatsangehörige von Ländern aus der ganzen Welt, sagte eine Sprecherin des Grenzschutzes.

PULS 24 Reporterin über die Gefahren für Ukraine-Flüchtlinge

PULS 24 Reporterin Josephine Roek berichtet von der Grenze zwischen Polen und der Ukraine, wo zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine ankommen. Die Hilfsbereitschaft ist groß, dennoch gibt es auch dubiose Angebote an Flüchtlinge und gestreute Desinformation.

Derzeit gebe es den größten Andrang am Grenzübergang Korczowa, dort hätten bereits in der Früh 700 Menschen in der Warteschlange für die Abfertigung von Fußgängern gestanden. Bei der Einreise mit dem Auto gab es Wartezeiten von bis zu 20 Stunden.

Das Innenministerium in Deutschland spricht indes von bisher 50.294 eingereisten Kriegsflüchtlingen. Das teilte ein Sprecher am Montag in Berlin mit. "Da keine Grenzkontrollen stattfinden, kann die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits wesentlich höher sein", hieß es aber.

Quelle: Agenturen