APA/APA/AFP/POOL/GEERT VANDEN WIJNGAERT

EU-Afrika-Gipfel: Nehammer zufrieden

18. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat sich nach Ende des 6. EU-Afrika-Gipfels in Brüssel zufrieden mit den Ergebnissen gezeigt.

So soll es etwa ein Afrika-Europa-Investitionsprogramm in Höhe von 150 Milliarden Euro für den Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur und die Energiewende geben. Nehammer berichtete dabei von konkreten Projekten, die von den Kommissionen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union ausgearbeitet werden sollen. So sollen neue Formen von Kraftwerken, die auf Wasser, Wind und Sonne setzen, für den afrikanischen Kontinent geschaffen werden. Ein eigenes Projekt gebe es zum Thema Wasserstoff, "das tatsächlich ein Zukunftsprojekt für Afrika sein kann", so Nehammer.

Ein wichtiger Punkt sei auch die Frage der Digitalisierung, vor allem im Bereich der Bildung. "Es gibt große Herausforderungen, wenn man an Länder denkt, die einen großen Anteil an Nomaden haben, wie man die Bildung zu den Menschen bringt", sagte der Bundeskanzler. Da brauche es vor allem technische Unterstützung, zudem arbeite die Kommission daran die digitale Anbindung zwischen den Kontinenten zu verbessern und "große Breitbandkabel zwischen Europa und dem afrikanischen Kontinent zu verlegen".

Impfstoffe zugesichert

Die EU bekräftigt zudem ihre Zusicherung bis Mitte diesen Jahres mindestens 450 Millionen Corona-Impfstoffdosen für Afrika zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll mit zusätzlichen 425 Millionen Euro der Impfprozess in Afrika beschleunigt, die medizinische Ausbildung und die Kapazität zur Analyse und Sequenzierung von Tests verbessert werden. "Das ist zwar ein großer erster Schritt, noch viel wichtiger ist es aber afrikanische Staaten in die Lage zu versetzen, selbst Impfstoff zu produzieren", betonte der Bundeskanzler.

Beim Migrationsthema sei es am Wichtigsten "extrem lösungsorientiert zu denken", so Nehammer. "Die Afrikaner haben die gleichen Herausforderungen wie wir Europäer". Migrationsabkommen mit europäischen Staaten würden in Afrika "oft als Zumutung" empfunden und "wenn man weiß, dass man so nicht weiterkommt, ist es wichtig, neue Wege zu finden", erklärte der Bundeskanzler. Mit einem klaren Fokus auf Bildung und Wirtschaft wolle man daher Bleibeperspektiven zu schaffen.

"Partnerschaft auf Augenhöhe"

Es gebe Start-Up-Initiativen mit einem Fokus auf Kleine und Mittlere Unternehmen, da hier der Großteil der Beschäftigten arbeite. Gleichzeitig sei es notwendig in der Landwirtschaft "extrem zu investieren", weil der Kontinent "bei der Produktion von Lebensmitteln bei Weitem nicht da ist, wo Afrika eigentlich sein könnte". Erneut betonte Nehammer, dass es sich um eine "Partnerschaft auf Augenhöhe" handle und die afrikanischen Staaten "selbst am besten wissen, was sie brauchen".

Quelle: Agenturen