Erste Vermittlungsversuche zwischen Pakistan und Afghanistan
Fazlur Rahman Khalil wird von den Vereinigten Staaten auf einer Terrorliste geführt und soll Kontakte zu pakistanischen Sicherheitskreisen und zu Führungsfiguren der Taliban haben. Ein weiteres Mitglied der Gruppe soll Maulana Abdullah Shah Mazhar sein, ein islamischer Geistlicher mit Verbindungen zu verschiedenen Terrorgruppen.
Die Delegation sei ausgewählt worden, weil "diese Geistlichen wie die Taliban sind und ihnen besser verständlich machen können, was wir von ihnen wollen", sagte ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter der dpa. Es sei ein erster Kontakt ohne Verpflichtungen. Die pakistanische Zeitung "Dawn" zitierte indes namentlich nicht genannte Regierungsquellen, die Berichte über die Entsendung einer Delegation dementieren.
"Es überrascht nicht, dass Jihadisten oder Kleriker Aufgaben für das pakistanische Militär übernehmen. Das ist in den letzten Jahren zur Norm geworden", erklärt Irfan Shehzad, Präsident der Denkfabrik Eurasian Century Institute in Islamabad. "Das wird getan, wenn niemand bereit ist, die Bürde der Verantwortung zu tragen."
Der Krieg war Ende Februar ausgebrochen, weil Islamabad den islamistischen Taliban vorwirft, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die in Kabul regierenden Taliban hatten früh auf Gespräche gedrängt. Seit Ausbruch der inzwischen fast zwei Wochen andauernden Kämpfe sind bis Freitag 56 Zivilisten getötet und 129 verletzt worden. Diese Angaben der UNO-Hilfsmission für Afghanistan (UNAMA) sind die letzten unabhängigen Opferzahlen.
Zusammenfassung
- Im Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan gibt es erste inoffizielle Vermittlungsversuche, indem eine Gruppe um den auf einer US-Terrorliste geführten Maulana Fazlur Rahman Khalil zu Gesprächen in Kabul eingetroffen ist.
- Die pakistanische Regierung hat die Entsendung der Delegation bisher nicht offiziell bestätigt, während laut Zeitung 'Dawn' entsprechende Berichte von Regierungsquellen dementiert wurden.
- Seit Ausbruch der Kämpfe vor knapp zwei Wochen wurden nach Angaben der UNO-Hilfsmission für Afghanistan (UNAMA) 56 Zivilisten getötet und 129 verletzt.
